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Außerordentliches heiliges
Jahr der Barmherzigkeit

8. Dezember 2015 bis 20. November 2016

 

Apostolisches Schreiben »Misericordia et misera« S.H. Papst Franziskus
zum Abschluss des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

 

Heilige Pforte des Petersdoms geschlossen: Heiliges Jahr beendet

Es ist soweit: Christkönigssonntag, 20. November 2016, um 9.58 Uhr hat Papst Franziskus die Heilige Pforte des Petersdoms geschlossen und somit das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit offiziell beendet. Nach einem letzten Erklingen der Hymne des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit und nach einem stillen Gebet hat der Papst selbst die Pforte geschlossen. Ein nächstes Mal wird die Tür für das Jubeljahr 2025 geöffnet werden – sofern nicht in der Zwischenzeit ein weiteres außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen wird. Im Beisein zahlreicher Würdenträger und etwa 70.000 Gläubiger und bei mildem Wetter feierte er anschließend den Abschlussgottesdienst des Heiligen Jahres auf dem Petersplatz. In einer Ansprache dankte er vor dem Angelusgebet ausdrücklich allen, die zum Gelingen des Heiligen Jahres beigetragen hatten.

Das „paradoxe“ Königtum Christi stellte der Papst in den Mittelpunkt seiner Predigt, die Kirche feiert am letzten Sonntag des Kirchenjahres das Hochfest Christkönig. Das Königtum ohne Macht und Ruhm, das am Kreuz hängt, der König der für dreißig Silberstücke verkauft ist. „Die Größe seines Reiches besteht nicht in der Macht nach Maßstäben der Welt, sondern gemäß der Liebe Gottes, einer Liebe, die alles erreichen und heilen kann“, so der Papst. Es sei eine Liebe, die „alles Leben umarmt und rettet“. „Er hat uns nicht verdammt, er hat uns auch nicht bezwungen, er hat nie unsere Freiheit verletzt, sondern er hat sich den Weg durch die demütige Liebe gebahnt, die alles entschuldigt, die alles hofft, die allem standhält“. Diese paradoxe Herrschaft verwandle „Sünde in Gnade, Tod in Auferstehung, Angst in Vertrauen“, fuhr der Papst fort. Das alles wäre aber „umsonst, wenn wir ihn nicht persönlich aufnehmen und wenn wir nicht auch seine Art zu herrschen aufnehmen.“

Drei Figuren aus dem Evangelium des Tages – die Kreuzigung Jesu – nahm der Papst zur Verständnishilfe dazu. Zunächst sei da das schaulustige Volk. „Es sind die gleichen Leute, die sich für die eigenen Bedürfnisse um Jesus gedrängt haben und jetzt Distanz halten“, so Franziskus. Es seien Menschen, die sein Königtum nicht annähmen und nicht zum Mitmenschen würden. Das wahre Volk hingegen sei gerufen, täglich Jesus mit dem eigenen Leben zu antworten. „Es gibt eine zweite Gruppe, die sich aus verschiedenen Personen zusammensetzt: die führenden Männer des Volkes, die Soldaten und ein Verbrecher. Sie alle verspotten Jesus. Sie richten an ihn die gleiche Provokation: ‚Hilf dir selbst!’“ Diese zweite Gruppe ist in noch schlimmerer Versuchung als die erste, urteilt der Papst, es ist ein direkter Angriff auf die Liebe, ‚Hilf dir selbst!’, nicht den anderen, sondern dir selbst. Das Ich möge siegen mit seiner Kraft, mit seinem Ruhm, mit seinem Erfolg. Das ist die furchtbarste Versuchung, die erste und die letzte des Evangeliums.“ Jesus reagiere nicht und rechtfertige sein Königtum nicht, „Er liebt vielmehr weiter“.

Gegen diese Versuchung gelte es anzukämpfen, gegen die Versuchung, vom Kreuz hinab zu steigen. „Die Anziehungskraft der Macht und des Erfolgs wird als ein leichter und schneller Weg für die Verbreitung des Evangeliums dargestellt und rasch wird dabei vergessen, wie das Reich Gottes wirkt. Dieses Jahr der Barmherzigkeit hat uns eingeladen, die Mitte wiederzuentdecken, zum Wesentlichen zurückzukehren“. Das Wesentliche, das sei für ihn eine gastfreundliche, freie, treue und missionarische Kirche, arm an Gütern und Reich an Liebe. Die dritte Gestalt im Evangelium sei die des Verbrechers, vervollständigte der Papst seine Aufzählung. „Dieser Mensch hat einfach auf Jesus geschaut und dadurch an sein Reich geglaubt“, ohne sich zu verschließen. Dieser Mensch habe Barmherzigkeit erfahren. „Sobald wir ihm die Möglichkeit dazu geben, denkt Gott an uns. Er ist bereit, die Sünde vollständig und für immer zu tilgen, denn sein Gedächtnis zeichnet nicht das getane Böse auf und stellt nicht immer das erlittene Unrecht in Rechnung, wie es das unsere tut. Gott denkt nicht an die Sünde, er denkt an uns, an einen jeden von uns, seine geliebten Kinder. Und er glaubt, dass es immer möglich ist, neu zu beginnen und wiederaufzustehen.“

Auch wenn die Heilige Pforte geschlossen werde, stehe die wahre Pforte der Barmherzigkeit immer offen, schloss der Papst seine Gedanken. „Viele Pilger haben die Heiligen Pforten durchschritten und jenseits lauter Berichterstattungen die große Güte des Herrn erfahren. Wir wollen dafür danken und uns daran erinnern, dass uns Barmherzigkeit zuteilwurde, damit wir die Gesinnung der Barmherzigkeit anlegen und auch wir zu Werkzeugen der Barmherzigkeit werden. Gehen wir diesen Weg weiter – gemeinsam.“

(Quelle: Radio Vatikan 20.11.2016

 

Jahr der Barmherzigkeit endet, Heilige Pforten weltweit geschlossen

Heilige Pforten in Wallfahrtskirchen und Basiliken werden weltweit – inklusive in Rom – geschlossen. Es wird geschätzt, dass über 20 Millionen Menschen am Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit in Rom teilgenommen haben – weltweit könnten es eine Milliarde Menschen in den verschiedenen Kirchen gewesen sein. Mehr...

 
Katechesen S.H. Papst Franziskus zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit:

In der Generalaudienz vom Mittwoch, 9. November:
 

35. Die Kranken und Gefangenen besuchen

 

 
Die Kummerkästen Seiner Heiligkeit

In der Betreuung von Pilgern bewies man in Rom schon vor über 250 Jahren erstaunlichen Einfallsreichtum Mehr...

 

 
Mobile "Heilige Pforten der Barmherzigkeit" in Wales und St. Pölten

Die Barmherzigkeit Gottes ist jedem zugänglich, jederzeit und allerorten. Um das unmissverständlich klarzumachen hat Papst Franziskus in diesem Jahr nicht nur eine Heilige Pforte im Petersdom eröffnet, deren Durchschreiten dem Pilger einen vollkommenen Ablass zu empfangen ermöglicht, sondern seine Bischöfe ermutigt, den Gläubigen in ihren Bistümern dieselbe Möglichkeit einzuräumen. Manche Diözesen gehen einen Schritt weiter...

 

Sendung der Missionare der Barmherzigkeit:
Predigt von Papst Franziskus in der Aschermittwochsfeier

Das Wort Gottes zu Beginn der Fastenzeit lädt die Kirche und jeden von uns in zweierlei Weise ein. Als erstes geht es um das, was uns der heilige Paulus sagt: „Lasst euch mit Gott versöhnen“ (2 Kor 5,20). Das ist nicht einfach ein guter väterlicher Rat und auch nicht nur ein Vorschlag; das ist eine wahrhaftige Bitte im Namen Christi: „Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (ebd.) Weshalb gibt es diesen andächtigen und beherzten Aufruf? Weil Christus weiß, wie schwach und welche Sünder wir sind, er kennt die Schwächen unserer Herzen; er sieht die Wunden des Bösen, was wir getan und erlitten haben; er weiß, wie viel Vergebung wir brauchen, er weiß, dass wir uns geliebt fühlen wollen, um Gutes zu tun. Alleine sind wir nicht dazu imstande: deshalb sagt uns der Apostel nicht, dass wir etwas unternehmen sollten, sondern dass wir uns mit Gott versöhnen lassen sollen, damit er uns vergeben kann, damit wir zuversichtlich sind, weil „Gott größer als unser Herz ist“. Er besiegt die Sünde und hebt uns vom Elend auf, wenn wir uns ihm anvertrauen. Es liegt an uns, uns selber als Bedürftige der Barmherzigkeit anzuerkennen: das ist der erste Schritt auf dem christlichen Weg; es geht darum, durch das offene Tor, das Christus ist, hindurchzuschreiten, bis dorthin, wo er selbst, der Retter, auf uns wartet und uns auf diese Weise ein neues und erfreutes Leben schenkt.

Es kann da einige Hindernisse geben, die das Tor des Herzens wieder zuschließen könnten. So gibt es die Versuchung, die Türen zu verschließen, oder anders ausgedrückt, sich mit den eigenen Sünden zufrieden zu geben, kleinzureden, sich immer zu rechtfertigen, indem man denkt, dass man nicht schlimmer ist als die anderen. Auf diese Weise aber wird die Seele verschlossen bleiben und man bleibt drinnen gefangen, als ein Gefangener des Bösen. Ein weiteres Hindernis ist die Scham, die geheime Tür zum Herzen zu öffnen. Die Scham ist in Wirklichkeit ein gutes Zeichen, weil es uns zeigt, dass wir uns vom Bösen trennen wollen; doch darf sich dies nicht in Angst oder Schrecken verwandeln. Und es gibt noch eine dritte Gefahr und zwar jene der Entfernung von dem Tor: das passiert jedes Mal dann, wenn wir uns in unserem Elend verstecken, wenn wir ständig murren und die negativen Dingen miteinander verbinden, bis wir in den dunkelsten Keller der Seele hinunterkommen. Dann werden wir sogar mit der Traurigkeit vertraut, die wir gar nicht wollen, wir verlieren den Mut und werden schwächer gegenüber den Versuchungen. Das kommt davon, wenn wir mit uns alleine bleiben, uns verstecken und vom Licht fliehen; doch nur die Güte des Herrn kann uns befreien. Lassen wir uns also versöhnen, hören wir auf Jesus, der dem Müden und Unterdrückten sagt, „kommt zu mir“ (Mt 11,28). Bleib nicht in dir verschlossen, sondern geh zu ihm! Er ist unser Halt und Frieden.

In dieser Feier sind die Missionare der Barmherzigkeit anwesend, die den Auftrag erhalten, Zeichen und Werkzeuge der Vergebung Gottes zu sein. Liebe Brüder, seid Helfer als Türöffner der Herzen, damit die Scham überwunden wird und niemand vor dem Licht flüchtet. Mögen eure Hände segnen und die Brüder und Schwestern mit väterlicher Hingabe aufheben; damit durch euch der Blick und die Hände des Vater auf seine Kinder wirken können und die Wunden geheilt werden!

Es gibt noch eine zweite Einladung Gottes, der durch den Propheten Joel sagt: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen“ (2,12). Wenn wir zurückkehren, dann nur weil wir uns entfernt haben. Das ist das Geheimnis der Sünde: wir haben uns von Gott entfernt, von den anderen, von uns selber. Es ist schwer, dies anzuerkennen: wir sehen alle, wie schwer es ist, wirklich Vertrauen in Gott zu haben, uns ihm als Vater anzuvertrauen, ohne Angst. Wie schwer ist es, die anderen zu lieben, statt Böses über sie zu denken; wie viel kostet es uns, Gutes zu tun, während wir stattdessen von den materiellen Dingen angezogen und verführt werden, die allerdings verschwinden und uns am Schluss noch arm da lassen. Neben dieser Geschichte der Sünde hat Jesus eine Geschichte des Heils gebracht. Das Evangelium, das die Fastenzeit eröffnet, lädt uns ein, Protagonisten zu sein, indem wir drei Gegenmittel anwenden, drei Medikamente, die uns von der Sünde heilen (vgl. Mt 6,1-6. 16-18).

Als erstes ist es das Gebet, als Ausdruck der Öffnung und des Vertrauens im Herrn: es ist das persönliche Treffen mit ihm, um die Distanz, welche die Sünde geschaffen hat, zu verkürzen. Beten bedeutet zu sagen: „ich selber genüge nicht, ich brauche dich, du bist mein Leben und mein Heil“. Als zweites ist die Barmherzigkeit, die das Befremden gegenüber den anderen überwindet. Die wahre Liebe ist kein äußerlicher Akt, es geht nicht darum, wie ein Vater etwas zu geben, um das Gewissen zu beruhigen, sondern es geht darum, jenen Menschen zu akzeptieren, der von unserer Zeit, unserer Freundschaft und unserer Hilfe benötigt. Es ist, den Dienst zu erleben, indem die Versuchung der Selbstzufriedenheit überwunden wird. Und drittens ist es das Fasten, die Reue, um uns von den Abhängigkeiten zu befreien gegenüber dem, was passiert und so üben wir, noch sensibler und barmherziger zu sein. Es ist eine Einladung zur Bescheidenheit und zur Teilung: etwas wegzugeben von unserem Tisch und unseren Gütern, um das wahre Gute der Freiheit wiederzufinden.

„Kehrt um zu mir – sagt der Herr – von ganzem Herzen“: nicht nur mit einigen äußerlichen Gesten, sondern in unserem tiefsten Inneren. Denn Jesus ruft uns auf, das Gebet, die Barmherzigkeit und die Buße mit Kohärenz und Authentizität zu leben, indem wir die Heuchelei besiegen. Die Fastenzeit sei für uns alle eine Zeit der gütigen „Beschneidung“ der Falschheit, der Weltlichkeit, der Gleichgültigkeit: um nicht zu denken, dass alles gut geht, wenn es mir gut geht; um zu verstehen, dass es nicht darum geht, ob etwas gutgeheißen wird, Erfolg bringt oder Zustimmung, sondern es geht um die Reinigung des Herzens und des Lebens; um die christliche Identität wiederzufinden, also die Liebe, die benötigt wird, nicht den Egoismus, der nur ausnützt. Machen wir uns auf den Weg gemeinsam, als Kirche, indem wir die Asche annehmen und den Blick auf das Kreuz festhalten. Er, der uns liebt, lädt uns ein, mit Gott zu versöhnen und zu ihm zurückzukehren, um uns wiederzufinden.

(Quelle: Radio Vatikan, vom 10.02.2016)

 

"Missionare der Barmherzigkeit": Was hinter der Vollmacht steckt

Was können Missionare der Barmherzigkeit tun? Papst stattet 1.000 Priester mit besonderer Befugnis aus. Über 1.000 "Missionare der Barmherzigkeit" sendet Papst Franziskus am Aschermittwoch, 10. Februar 2016 in die Diözesen der Welt aus. Die Beichtväter sind mit der Vollmacht ausgestattet, auch jene Sünden vergeben zu können, von denen per se eigentlich nur der Heilige Stuhl lossprechen kann. Der Münsteraner Kirchenrechtsexperte Klaus Lüdicke erklärt, wozu die Vollmacht des Papstes tatsächlich bemächtigt.

Sünde und Tatstrafe
Grundsätzlich sei zwischen Sünde und der mit ihr verbundenen Tatstrafe zu unterscheiden. Von der Sünde an sich, "also der im Gewissen belastenden Schuld vor Gott", könne, so Lüdicke, jeder Beichtvater lossprechen - "auch ohne die neue Initiative des Papstes". Die Aufhebung einer Tatstrafe obliegt in einigen Fällen jedoch dem Heiligen Stuhl oder dem Ortsbischof.

Bekanntestes Beispiel ist die Sünde der Abtreibung, die mit der Tatstrafe der Exkommunikation einhergeht. Die Aufhebung der Tatstrafe ist im Fall der Abtreibung dem Ortsbischof vorbehalten. Im Fall der Abtreibung lockerte Franziskus die Regelung bereits im September letzten Jahres. Seither ist es im "Jahr der Barmherzigkeit" allen Priestern erlaubt, auch die mit Abtreibung verbundene Tatstrafe der Exkommunikation aufzuheben.

Jene Tatstrafen, die nur der Heilige Stuhl aufheben kann und ab Aschermittwoch auch die rund 1.000 Missionare der Barmherzigkeit, sind in den "canones" 1367, 1370, 1378, 1382 und 1388 des Kirchenrechts, des sogenannten "Codex Iuris Canonici", beschrieben. Es sind dies die Verunehrung der Eucharistie (canon 1376), ein körperlicher Angriff auf den Papst (canon 1370), die Lossprechung einer beichtenden Person, mit der der Priester zuvor Geschlechtsverkehr hatte (1378), die unerlaubte Bischofsweihe (1382), der Bruch des Beichtsiegels (1388). Seit der Erweiterung der Strafbestimmung im Codex von 2010 gehört hier dazu auch der Versuch, einer Frau das Weihesakrament zu spenden.

Keine Vollmacht zur Sündenvergebung
Von einer besonderen Vollmacht zur Sündenvergebung könne deshalb streng kirchenrechtlich nicht gesprochen werden, so der Experte. Der Kern der Vollmacht richte sich vielmehr auf die Aufhebung der mit der Sünde verbundenen Tatstrafe - jener Strafe, die mit der Begehung der Tat auch ohne ausdrückliche Verhängung von selbst eintritt; in mehreren Fällen ist dies die Exkommunikation.

Mit der Initiative setzt Franziskus ein Novum. In der Lateranbasilika, im Petersdom und in Santa Maria Maggiore gibt es zwar internationale Ordenspriester, die dem Großpönitentiar - aktuell Kardinal Mauro Piacenza - zugeordnet und für die Pilger diesbezüglich im Einsatz sind. Eine großflächige Weitergabe der Vollmacht hat es bisher allerdings noch nicht gegeben.

Für den Linzer Generalvikar und Kirchenrechtler Severin Lederhilger steht dahinter das "große Anliegen" des Papstes, "die Menschen wieder verstärkt zu Vergebung und Versöhnung in der Beichte einzuladen". Den klaren Hinweis dafür gebe der Papst wiederum in der Verkündigungsbulle: "Vielleicht haben wir es für lange Zeit vergessen, auf den Weg der Barmherzigkeit hinzuweisen und ihn zu gehen. In unserer Zeit, in der die Kirche sich der Neuevangelisierung verschrieben hat, gilt es das Thema der Barmherzigkeit mit neuem Enthusiasmus und einer erneuerten Pastoral vorzutragen."

(Quelle: Erzdiözese Wien, 5. Feber 2016)

 

Papst Franziskus entsendet "Missionare der Barmherzigkeit"

Msgr. Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung kündigte am heutigen Freitag, dem 29. Januar, die Aussendung von insgesamt 1071 „Missionaren der Barmherzigkeit“ an. Am Aschermittwoch, dem 10. Februar, werden die ersten 700 von ihnen ausgesendet werden. Msgr. Fisichella erklärte, dass nur der Papst diese Missionare aussendet, nicht die Bischöfe. Ihre Aufgabe sei es, die Schönheit von Gottes Barmherzigkeit zu verkünden, bescheidene und weise Beichtväter zu sein, in der Lage denen zu vergeben, die sich dem Beichtstuhl nähern.

Sie kommen aus vielen verschiedenen Ländern, z.B. aus Burma oder auch aus den Vereinigten Arabische Emiraten: „Es sind mehr als 1.000 Missionare und sie kommen aus allen Kontinenten. Es gefällt mir, in besonderer Weise diejenigen zu erwähnen, die von weit her kommen und aus besonders wichtigen Ländern: Burma, Libanon, China, Nordkorea, Tansania, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Burundi, Vietnam, Simbabwe, Lettland, Osttimor, Indonesien, Thailand und Ägypten … Es werden auch Priester des östlichen Ritus dabei sein.“

Am 9. Februar wird Papst Franziskus rund 700 dieser Missionare treffen, um damit zum Ausdruck zu bringen, wie wichtig ihre Rolle im außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ist. Am nächsten Tag werden sie mit dem Papst konzelebrieren und ihr „Mandat“ erhalten.

Diese Missionare der Barmherzigkeit erhalten die Vollmacht, nach dem Bekenntnis von fünf Sünden loszusprechen, deren Vergebung in der Regel dem Heiligen Stuhl vorbehalten ist: Entweihung der Eucharistie, Gewalt gegen den Nachfolger Petri, Absolution eines Mittäters bei einer Sünde gegen das 6. Gebot, Bischofsweihe ohne Mandat des Papstes, Bruch des Beichtgeheimnisses. Alle Missionare erhielten zuvor die Erlaubnis ihres Bischofs oder Ordensoberen.

(Quelle: Zenit.org/de vom 29.01.2016)

 

Bisher eine Million Rom-Pilger zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Seit Eröffnung des Heiligen Jahres vor einem Monat sind nach Vatikanangaben mehr als eine Million Menschen nach Rom gepilgert. Bisher hätten die Verantwortlichen insgesamt 1,025.000 Gläubige aus aller Welt gezählt, schreibt der Cheforganisator des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, Kurienerzbischof Rino Fisichella, in einem Artikel der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" am Samstag, 9.Jänner 2016.

Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung lobte die Sicherheitsvorkehrungen der italienischen Hauptstadt. Die Verantwortlichen hätten dafür gesorgt, dass die bisherigen Feierlichkeiten mit der gebotenen Ruhe hätten stattfinden können.

In den vergangenen Monaten zirkulierten in italienischen Medien Schätzungen, nach denen bis zu 33 Millionen Pilger und Touristen im Lauf des Heiligen Jahres nach Rom kommen sollen. Der Präfekt der Stadt Rom, Franco Gabrielli, rechnet mit bis zu 10 Millionen Besuchern. In den vergangenen Jahren lag die Zahl der ausländischen Touristen und Pilger jeweils zwischen 8 und 9 Millionen.

Papst Franziskus hatte das Heilige Jahr der Barmherzigkeit am 8. Dezember eröffnet, indem er die Heilige Pforte im Petersdom aufstieß. Auch die anderen Papstbasiliken Roms haben Heilige Pforten. Der Einzug unter Gebeten durch diese Türen zählt zu den festen Pilgerriten während der Heiligen Jahre und ist mit einem Ablass verbunden.

 

Heiliges Jahr eröffnet

Sie ist offen: Mit der Heiligen Pforte am Petersdom ist nun auch ganz offiziell das Heilige Jahr der Barmherzigkeit durch den Papst begonnen worden. Zum Abschluss der Messfeier auf dem Petersplatz war Papst Franziskus am Ende einer langen Prozession aus Kardinälen, Bischöfen und Priestern zum rechten Tor in der Vorhalle der Basilika gegangen, das normalerweise zugemauert ist und nur für Heilige Jahre geöffnet wird. Dort wartete der emeritierte Papst Benedikt XVI. auf Franziskus, der mit seinem Hirtenstab auf den Mitbruder am Gehstock zuging und ihn umarmte, wobei Benedikt dem amtierenden Papst einige Worte zuflüsterte.

Die Mauer vor der Pforte war bereits in einer Zeremonie vor einigen Tagen entfernt worden, und so konnte der Papst die Bronzeflügel andeutungsweise aufdrücken, die daraufhin von zwei „Sanpietrini" von innen geöffnet wurden. Auf der Schwelle sammelte sich Franziskus in einem Moment des Gebets, gebeugt, aber nicht kniend. Danach durchschritt er als erster Pilger von vielen die Pforte ins Innere des Petersdoms. Ihm folgte Papst Benedikt, der von seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein gestützt wurde.

Die symbolträchtige Geste der Eröffnung der Heiligen Pforte betone die Vorrangstellung der Gnade, hatte der Papst zuvor in seiner Predigt betont. Es sei das „Tor der Gerechtigkeit“, wie mit einem Psalmwort eine der Anrufungen Gottes direkt vor der Öffnung lautete. Es ist die zweite Pforte, die der Papst öffnet, die erste war die in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik. Zwei weitere werden folgen, die von San Giovanni in Lateran – der Bischofskirche von Rom – am kommenden Sonntag und die von Santa Maria Maggiore am 1. Januar; die Heilige Pforte von Sankt Paul vor den Mauern wird ebenfalls kommenden Sonntag eröffnet, aber nicht vom Papst, sondern vom Erzpriester der Basilika.

Schon oft hat der Papst über die Bedeutung der Barmherzigkeit für den Glauben und das Glaubensleben gesprochen, an diesem Hochfest zog er die Linie von der ohne Erbsünde empfangene Gottesmutter Maria zum Anlass, der Barmherzigkeit Gottes. „Die Gnade Gottes hat sie eingehüllt und sie würdig gemacht, die Mutter Christi zu werden“, so der Papst. „Die Fülle der Gnade ist imstande, das Herz zu verwandeln, und macht es fähig, einen Schritt zu vollziehen, der so groß ist, dass er die Geschichte der Menschheit verändert.“
Genau das mache den Kern der Barmherzigkeit aus, Gott „ist nicht nur derjenige, der die Sünde vergibt, sondern bei Maria geht er so weit, dass er der Erbsünde zuvorkommt, die jeder Mensch in sich trägt, wenn er in diese Welt kommt.” Die ‚Geschichte der Sünde’, begonnen im Garten Eden, werde im Plan der rettenden Liebe Gottes – der Barmherzigkeit – aufgelöst. „Wenn alles der Sünde überlassen bliebe, wären wir die hoffnungslosesten aller Geschöpfe, während die Verheißung des Sieges der Liebe Christi alles in die Barmherzigkeit des Vaters einschließt. Das Wort Gottes, das wir gehört haben, lässt daran keinen Zweifel. Die ohne Erbsünde empfangene Jungfrau steht vor uns als die bevorzugte Zeugin dieser Verheißung und ihrer Erfüllung.”
Das Heilige Jahr sei selber ein Geschenk der Gnade, fuhr der Papst fort. Einzutreten bedeute, die Tiefe der Barmherzigkeit des Vaters zu entdecken. „Es wird ein Jahr sein, in dem man sich immer mehr von der Barmherzigkeit überzeugen kann.“ Was das heißt? Das heißt zuerst die Einsicht anzunehmen, dass die Antwort Gottes auf die Sünde nicht zuerst die Strafe im Gericht ist, sondern die Vergebung durch die Barmherzigkeit. „Ja, genauso ist es. Wir müssen die Barmherzigkeit dem Gericht voranstellen, und in jedem Fall wird das Gericht Gottes immer im Licht seiner Barmherzigkeit stehen. Möge das Durchschreiten der Heiligen Pforte uns also das Gefühl vermitteln, Anteil zu haben an diesem Geheimnis der Liebe. Lassen wir jede Form von Angst und Furcht hinter uns, denn das passt nicht zu dem, der geliebt wird; erleben wir vielmehr die Freude über die Begegnung mit der alles verwandelnden Gnade!”

50 Jahre Ende des Konzils

In seiner Predigt erinnerte der Papst auch an das Zweite Vatikanische Konzil, das an diesem Dienstag vor genau 50 Jahren zu Ende ging. Vor dem Beginn der Messfeier waren auf dem Petersplatz Auszüge aus den vier wichtigsten Konzilsdokumenten erklungen. Für die Kirche sind die 50 Jahre des Konzilsendes nicht bloß ein historisches Gedenken, betonte der Papst, auch wenn man an der Fülle der 16 Dokumente den „großen Fortschritt“ sehen könne, der im Glauben gemacht wurde. Das Konzil sei mehr gewesen als das, würdigte der Papst. „An erster Stelle war das Konzil eine Begegnung. Eine wirkliche Begegnung zwischen der Kirche und den Menschen unserer Zeit. Eine von der Kraft des Geistes gekennzeichnete Begegnung, der seine Kirche drängte, aus der Dürre, die sie viele Jahre lang in sich selbst verschlossen gehalten hatte, herauszukommen, um mit Begeisterung den missionarischen Weg wieder aufzunehmen.” Das Konzil sei „ein neuer Aufbruch“ gewesen, um auf die Menschen dort zuzugehen, wo sie lebten, und gebe der Kirche heute einen missionarischen Impuls mit. „Das Jubiläum fordert uns zu dieser Öffnung heraus und verpflichtet uns – entsprechend der Mahnung des seligen Pauls VI. beim Konzilsabschluss –, die aus dem Vaticanum II hervorgegangene Mentalität des barmherzigen Samariters nicht zu vernachlässigen. Möge also das Durchschreiten der Heiligen Pforte heute für uns mit dem Anspruch verbunden sein, uns die Haltung des barmherzigen Samariters zu Eigen zu machen.”

Zur Prozession in Richtung der Heiligen Pforte erklang der feierliche Hymnus „Misericordias Domini, in aeternum cantabo", der vielen Gläubigen aus Taize bekannt ist. Der Leiter der ökumenischen Gemeinschaft im Burgund, der deutsche Bruder Alois Löser, war unter den priesterlichen Gästen auf dem Petersplatz anwesend.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen und leichter Nieselregen prägten den Beginn dieser feierlichen Messe. Auf der Segnungsloggia in der Mitte der Petersdom-Fassade prangte das Zeichen des Jubiläums der Barmherzigkeit, das der slowenische Künstler Ivan Rupnik geschaffen hat, ein Jesuiten-Mitbruder von Papst Franziskus. Es zeigt den Guten Hirten, der einen Mann auf seinen Schultern trägt, wobei das linke Auges des Mannes und das rechte Auge des guten Hirten Jesus ein und dasselbe sind. Eingerahmt ist die Darstellung auf der linken Seite von dem Motto auf Latein: „Barmherzig wie der Vater".

(Quelle: Radio Vatikan 08.12.2015)

 

Erste Vorbereitungsarbeiten für das »Jubiläum der Barmherzigkeit« bei der Heiligen Pforte in St. Johann
im Lateran: Bei der Rekognition wurden die Behälter, die zu Beginn des letzten Heiligen Jahres in die
Pforte eingemauert wurden, entnommen und dann deren Inhalt überprüft. (OR 47, S. 3)

 

Katholiken in Gaza bekommen »Heilige Pforte«

Ein Gnadenjahr für Gaza: »Eigens für die kaum 200 Katholiken in dem palästinensisch verwalteten Gebiet am Mittelmeer öffnet Jerusalems Patriarch Fouad Twal eine »Heilige Pforte« in der Pfarrkirche, wie der italienische bischöfliche Pressedienst SIR meldete. Das Durchschreiten einer solchen Pforte während des von Papst Franziskus ausgerufenen »Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit « ist für die Gläubigen mit besonderen Gnadenzusagen verbunden. Gemeindepfarrer Mario da Silva hatte den Angaben zufolge um die Gewährung dieses religiösen Symbols und des damit  verbundenen Ablasses gebeten. Für seine Gemeinde wäre es unmöglich, den Gazastreifen zu verlassen, um die Riten des Heiligen Jahres in Nazareth und Jerusalem zu vollziehen. Dort werden vom Patriarchen Heilige Pforten eröffnet. Der entsprechende feierliche Akt in Gaza soll am 20. Dezember stattfinden. Papst Franziskus hatte gewünscht, dass möglichst viele Katholiken weltweit in ihren Pfarreien eine Heilige Pforte eröffnen.

(Quelle: L'Osservatore Romano Deutsch. 47/2015. S. 3)

 
 
Brief zur Praxis von Beichte und Ablass

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Verkündigungsbulle »Misericordiæ vultus«
Zur Vertiefung und Stärkung des Glaubens: wie es zur Ausrufung Heiliger Jahre kam
 

Papst Franziskus hat offiziell ein Heiliges Jahr der katholischen Kirche ausgerufen. Vor der Heiligen Pforte des Petersdoms überreichte er am Samstag, 11. April 2015, den Erzpriestern der vier Großen Päpstlichen Basiliken Roms sowie ausgewählten Kardinälen und Erzbischöfen aus dem Vatikan die sogenannte Verkündigungsbulle, eine besonders feierliche Urkunde. Das "außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit" beginnt am 8. Dezember und endet am 20. November 2016. Angekündigt hatte Franziskus diese Initiative überraschend bereits am 13. März.

Das Heilige Jahr solle "eine Zeit der Gnade für die Kirche sein und helfen, das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen", heißt es in der Bulle, aus der ein Mitarbeiter des Papstes in der Eingangshalle des Petersdoms Passagen verlas. Zugleich ruft Franziskus darin zu Pilgerfahrten nach Rom und zu anderen Wallfahrtsorte auf.

Ein Heiliges Jahr soll die Erneuerung des Glaubens fördern und ist mit einem besonderen Ablass verbunden. Traditionell findet es alle 25 Jahre statt. Zuletzt hatte Johannes Paul II. 2000 ein ordentliches Heiliges Jahr ausgerufen. Das bevorstehende Heilige Jahr ist das dritte außerordentliche Heilige Jahr seit der Einführung dieses Brauchs im Jahr 1300 durch Papst Bonifaz VIII.

Im Mittelpunkt der Verkündigungsbulle mit dem Titel "Antlitz der Barmherzigkeit", deren deutsche Übersetzung 13 Seiten umfasst, steht die Barmherzigkeit. Die Gläubigen sollten in dieser Zeit verstärkt darüber nachdenken, wie sie diese konkret leben könnten. Sie müssten ihr Gewissen, das gegenüber dem "Drama der Armut oft eingeschlafen ist, wachzurütteln", fordert der Papst.

Er habe den 8. Dezember als Eröffnungstermin gewählt, weil genau 50 Jahre zuvor das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) zu Ende gegangen sei, erklärt Franziskus darin weiter. Damals seien Mauern eingerissen worden, "die die Kirche allzu lange in einer privilegierten Festung eingeschlossen hatten".

In dem Schreiben äußert der Papst zudem die Hoffnung auf einen vertieften Dialog der Religionen. Auch für Judentum und Islam stelle die Barmherzigkeit eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes dar.

Stellvertretend für die Bischöfe aller Kontinente erhielten vor dem Petersdom die Leiter der für die verschiedenen Teile der Weltkirche zuständigen vatikanischen Behörden ein Exemplar der Bulle sowie jeweils ein Kurienerzbischof aus Hongkong und dem westafrikanischen Benin. Ein weiteres Exemplar überreichte Franziskus einem Vertreter der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten.

Die Bischöfe der Weltkirche fordert der Papst in der Bulle dazu auf, für die Dauer des Heiligen Jahres in ihrer Bischofskirche oder einer anderen Kirche eine "Pforte der Barmherzigkeit" zu öffnen, nach dem Vorbild des Petersdoms und der drei weiteren päpstlichen Basiliken Roms. Zu Beginn eines Heiligen Jahres werden traditionell die Heilige Pforte des Petersdoms sowie jene der Lateran-Basilika, von Sankt Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore geöffnet.

Zugleich kündigte der Papst die Aussendung von sogenannten Missionaren der Barmherzigkeit in die Ortskirchen an. Es handele sich hierbei um Priester, denen er die Vollmacht gegeben habe, auch von solchen Sünden loszusprechen, die normalerweise dem zuständigen vatikanischen Gerichtshof vorbehalten sind, der Apostolischen Pönitentiarie.

(Quelle: KathPress vom 11. April 2015)

 

 

 

 

 

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