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Kurioses, Spirituelles, Benediktinisches ~ Nachrichten aus aller Welt

 


Clericus Cup 2017: das klerikale Fußballturnier

Die Priester und Seminaristen in Rom kicken wieder: Das Fußball-Turnier Clericus Cup 2017 ist eröffnet. „Sich einbringen im Spiel wie im Leben“ ist das Motto des diesjährigen Wettkampfes, sozusagen der „Champions League“ des Vatikans. Diesmal sind es 18 Mannschaften, die um die begehrte Sporttrophäe kämpfen. Bei den meisten Mannschaftsmitgliedern handelt es sich um Priester der verschiedenen päpstlichen Lehr- und Bildungsanstalten in Rom.

Der erste Pfiff für das Eröffnungsspiel ist am Samstag, 4. März 2017. Das Datum für das große Finale muss noch mittgeteilt werden. Mitorganisator ist der Priester Alessio Albertini. Sein Bruder ist wohl den meisten – zumindest italienischen - Fußballfans bekannt: Demetrio Albertini kickte jahrelang für den AC Mailand und war auch ein Stammspieler in der italienischen Nationalelf. Bei der Vorstellung der diesjährigen Edition des Clericus Cup sagte Don Albertini, dass die Ausrichter sich sehr stark vom Fußballfan Franziskus inspirieren lassen.

„Wir haben ja jedes Jahr den Wunsch, ein passendes Motto für die Veranstaltung zu finden. Es geht uns nicht nur um den Sport an sich, sondern auch um die Werte, die damit vermittelt werden. Der Papst sagt doch immer, dass wir nicht einfach nur Betrachter sein sollten, sondern uns selber einbringen. Deshalb haben wir das Motto mit dem ,sich einbringen´ ausgewählt."

Es ist die elfte Ausgabe des vatikanischen Sportevents. Einige Fußballer des Clericus Cup haben auch am Mittwoch an der Aschermittwochsprozession mit dem Papst auf dem Aventin teilgenommen - die Mannschaft von Sant´Anselmo ist neu und macht zum ersten Mal mit.

Der Clericus Cup fand erstmals im Jahr 2007 statt. Initiiert hatte diesen ersten Kleriker-Wettbewerb kein Geringerer als Tarcisio Bertone, Fußballfan und ehemals Kardinalstaatssekretär.

Neben diesem Klerikern vorbehaltenen Wettbewerb gibt es zudem die Vatikan-Liga für Vatikan-Mitarbeiter. ihre Gründung geht bereits auf das Jahr 1966 zurück: dem Laien Sergio Valci aus dem Gesundheitsdienst des Heiligen Stuhls lag die körperliche Fitness und das Gemeinschaftsgefühl der Vatikan-Mitarbeiter am Herzen, so dass er den Wettbewerb ins Leben rief. Die Spieler wurden in den verschiedenen Abteilungen des Vatikans wie etwa der Schweizer Garde, der Post oder den Museen rekrutiert.

Mitglied im Fußballverband FIFA ist der Vatikan zwar nicht. Manchmal werden aber auch Spiele mit anderen Nationalmannschaften ausgetragen, so trat die Nationalmannschaft des kleinsten Staates der Welt etwa in der Vergangenheit gegen andere Zwergenstaaten wie San Marino und Monaco an oder empfängt auch manchmal außerordentlich Gäste.

(Quelle: Radio Vatikan vom 02.03.2017)


Hohe Viecher im Vatikan

Tierisch ist es am Dienstag, 17. Jänner 2017, vor dem Petersplatz zugegangen: Kühe, Pferde, Schafe, Hasen und Hühner waren von ihren Züchtern zur traditionellen Segnung durch Kardinal Angelo Comastri gebracht worden. Der Erzpriester des Petersdoms appellierte dabei an Tierzüchter und Landwirte, Traditionen aufrechtzuerhalten.

Landwirtschaft und Tierzucht seien "der schönste, womöglich auch aufrichtigste Teil" Italiens, sagte Comastri laut Radio Vatikan in seiner Ansprache. Er rief dazu auf, Traditionen zu bewahren. Fortschritt heiße nicht, die alten Traditionen aufzugeben, sondern sie zu erhalten.

Anlass für die Zeremonie war der Gedenktag des heiligen Mönchsvaters Antonius, des Schutzpatrons der Bauern und Tierzüchter und auch der Haustiere. Zuvor hatte Comastri mit Landwirten und Viehzüchtern einen Gottesdienst im Petersdom gefeiert.

Italiens Tierzüchterverband AIA hatte dazu Tiere aus der Umgebung Roms auf die Piazza Pio XII. vor dem Petersplatz geholt. In diesem Jahr feierte die Aktion mit dem Namen "Bauernhof unter freiem Himmel" ihr zehntes Jubiläum.

Der Brauch des Tiersegens ist in Italien traditionell mit dem Gedenktag des heiligen Antonius am 17. Jänner verbunden. Der Heilige, der Überlieferung nach um 250 in Ägypten geboren und 356 in einer Einsiedelei in der Wüste gestorben, wurde in der christlichen Kunst oft mit einem Schwein an seiner Seite dargestellt. So wurde er zum Patron der Haustiere und Tierzüchter. Zudem gilt Antonius als einer der Gründerväter des Mönchtums.

(Quelle: KAP 17.01.2017)

 


Norcia auf den Knien
Mittelalterliche Städtchen im Zentralapennin zerstört

Eine Gruppe von knienden Männer und Frauen neben Benediktinermönchen vor der zerstörten Basilika San Benedetto in der umbrischen Stadt Norcia, die Hände stumm zum Gebet erhoben. Das Foto wurde zum Emblem des jüngsten Erdbebens in Italien, zur Ikone des Schmerzens angesichts der gnadenlosen Zerstörungswut der Natur. Die Geste erinnert an frühere Stoßgebete bei Epidemien oder Kriegen, wenn das notleidende Volk ihre Schutzheiligen um Hilfe anflehte.

Norcia (lat. Nursia), ist die Geburtsstadt des heiligen Benedikt (480-547), Gründer der weltweit verbreiteten Ordensgemeinschaft der Benediktiner. Sie hat als ältester Orden im Westen wie kein anderer das monastische Leben und die Kultur in Europa geprägt. Die Basilika wurde im Mittelalter über seinem Wohnhaus errichtet, so die Legende. Von ihr steht nur noch die romanische Fassade aufrecht, dahinter und seitlich quellen Schuttberge heraus. Wie eine klaffende Wunde durchzieht eine lange Erdspalte den Platz vor der Kirche. Nach geologischen Berechnungen hat sich ein 130 qkm großer Erdsockel um bis zu 70 cm gesenkt. Das spirituelle Motto der Benediktiner „Ut in omnibus glorificetur Deus – Auf dass Gott in allem verherrlicht werde“ scheint angesichts dieser Katastrophe auf eine harte Probe gestellt.

Sonntagmorgen, 30. Oktober, wurde der zentrale Apennin abermals von einem schweren Erdbeben heimgesucht, das bis nach Österreich zu spüren war und mindestens 30.000 Menschen obdachlos werden ließ. Mit einer Stärke von 6,5 auf der Richterskala ist es das bisher schwerste Beben nicht nur seit letztem August, sondern seit 1980 in ganz Italien. Wie durch ein Wunder gibt es allerdings diesmal – anders als im August in Amatrice – keine Toten zu beklagen. Die Menschen waren durch den nicht abklingenden Erdbebenschwarm als Folgeerscheinung des Augustbebens gewarnt. Dafür ist jedoch der Schaden an historischen Bauwerken umso dramatischer.

Die meisten Orte im Umkreis von 80 km um das Epizentrum Norcia, das nur 25 km Luftlinie von Amatrice entfernt liegt, sind hart getroffen. Das Epizentrum hat sich nord-östlich in Richtung Marken verschoben. Es sind die Abhänge und Hochebenen des Monte Vettore im atemberaubend schönen Naturschutzgebiet der Monti Sibillini. Hier gibt es viele kleine intakte Städtchen aus dem Mittelalter, meistens nur von wenig hundert Seelen bewohnt, die ihre Bauten und Traditionen liebevoll pflegen. Eine solche Perle ist das dreieckförmige Castelluccio di Norcia aus hellem Kalkstein. Die in schillernden Farben blühenden Linsenfelder in der Ebene ziehen jährlich tausende von Reisenden an. Castelluccio ist seit Sonntag ein Trümmerhaufen, wie ausgelöscht.

Castelsantangelo an dem Fluss Nera sieht nicht viel besser aus. In dem nur 280 Einwohner zählenden Borgo gibt es 22 Kirchen, die alle aus dem 12.-14. Jh. sind. Viele enthalten alte Fresken, Altarbilder und Skulpturen. In welchem Ort der Welt gibt es pro 12 Einwohner eine Kirche? Die Gegend stellte zweifellos ein Unikum an Dichte von mittelalterlichen christlichen Kultstätten dar. Diese Gebäude sind nun fast ausnahmslos zerstört.

Gerade um diese weniger bekannten, kleinen Kirchen und Kapellen ist der italienische Kunsthistoriker Fabio Isman besorgt. „Die Erdbeben treffen das Herz des zwar weniger bekannten Italiens, doch in den Höhen des Apennin waren bisher noch viele der Ursprünge des mönchischen Lebens und ihrer Kunst bewahrt. Sie sind nun bedroht und könnten restlos verschwinden,“ schreibt er in der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“.

In Norcia selbst sind neben der besagten St.-Benedikt-Basilika, dem Schmuckstück der Stadt, außerdem die Kathedrale Sante Maria Argentea und die Santa Maria della Grazie in dem Vorort Monte di Campi stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Kloster Santa Maria della Pace in der Altstadt mussten Feuerwehrleute Nonnen aus ihrer Klausur befreien, nachdem die Tür zu ihrem Zellentrakt zusammengebrochen und eine Wand eingestürzt war. Stark beschädigt ist auch die mittelalterliche Wehrkirche Santa Maria in Pantano an der Via Flaminia. Mit der im 5. Jh. von dem griechisch-syrischen Eremiten San Spes gegründeten Eutizio-Abtei in dem benachbarten Preci wurde eines der ältesten Klöster der Region völlig zerstört.

Um das gesamte Ausmaß der Katastrophe zu bemessen, ist es noch zu früh. Viele Altstädte wurden wegen Einsturzgefahr gesperrt und dürfen nur in Begleitung von Sicherheitskräften betreten werden. Die Nachbarregionen leihen derzeit ihr Fachpersonal aus den Kulturgüterverwaltungen (Soprintendenze) für die Dokumentation der Schäden aus. Eine solche nimmt Zeit in Anspruch. Die Rede ist von mindestens 5000 beschädigten historischen Gebäuden, darunter Kirchen, Campanili, Museen und Paläste, die sich auf drei Regionen verteilen: hauptsächlich die Marken, dann Umbrien und zu einem geringeren Teil Latium. Ein Mehrfaches dieser Summe werden die beschädigten mobilen Kunstwerke ausmachen.

Die Erdstöße hatten noch in einem Radius von 160 km Schäden angerichtet. Während in dem Dom von Orvieto nur Putzbrocken von der Decke herabstürzten, weist das mittelalterlichen Kastell von Giove bei Terni gefährliche Risse auf. Das gilt auch für Jesi in der Provinz Ancona, wo im Jahr 1192 auf dem Marktplatz der künftige Kaiser Friedrich II. das Licht der Welt erblickte. Dort ist das Dach von San Giuseppe vom Einsturz bedroht, ähnlich wie im umbrischen Calvi die Fassade von Santa Maria Maddalena sowie der romanische Campanile von Bagnoregio bei Viterbo, Unesco-Weltkulturerbe.

Selbst Rom blieb nicht verschont. Es mussten einige Kirchen geschlossen werden, wie die Pilgerkirche San Lorenzo fuori le mura, Sant’Ivo della Sapienza und San Francesco di Paola auf dem Quirinal, wo große Risse in der Fassade oder Kuppel gemeldet wurden. Es handelt sich hierbei ausschließlich um bedeutende Bauten, Meilensteine der Architekturgeschichte. Risse in der Fassade sind immer Zeichen, dass das Gefüge zwischen der Wand, den Pfeilern und dem Gebälk auseinandergeraten ist. Diese Gebäude sind zunächst erhalten, aber langfristig nicht geschützt. Ein erneuter Erdstoß kann sie zum Einstürzen bringen.

Die Regierung Matteo Renzi verspricht Gelder für den Wiederaufbau bereitzustellen. „Wie damals nach dem schrecklichen Beben in Umbrien im 1997, als das Kreuzgratgewölbe der Franziskuskirche in Assisi einbrach und vier Menschen erschlug, soll wieder alles rekonstruiert und restauriert werden“, versichert Antonia Pasqua Recchia, die Staatssekretärin im Ministerium für Kulturgüter. „Wir werden Fragment für Fragment auf den Wänden und den Gemälden instand setzen und auf diese Weise den vom Erdbeben betroffenen Orten ihr Leben zurückgeben.“

Dass das Versprechen der Regierung für alle zerstörten Borghi eingehalten wird, bezweifeln viele Menschen aus dem entvölkerten Zentralapennin. Für Norcia, das mit seinen 5000 Einwohnern größer ist und sich der bedeutenden traditionellen Produktion von Wurst- und Schinkendelikatessen rühmt, mag sich die Situation etwas anders darstellen. Die Stadt ist nicht nur religiöser sondern auch gastronomischer Anziehungspunkt.

Bezeichnenderweise kommt ein Lichtstrahl der Hoffnung von „religiöser Seite“, über die Benediktiner. Sie hospitieren seit Jahren den erfolgreichen Unternehmer Brunello Cucinelli zu regelmässigen Exerzitien in ihrem Konvent. Cucinelli liegt das Kloster und die Stadt besonders am Herzen. Der amerikanische Prior, Folsom Cassian, ist sein geistlicher Vater. Der „Kashmir-König“, wie der Textilhersteller genannt wird, hat gleich nach der Katastrophe „seinen Brüdern“ einen Besuch abgestattet und versprochen, den Wiederaufbau von Kirche und Kloster zu sponsern. „Bis gestern war Norcia ein Beispiel von Lebensqualität, es gab Wohlergehen, Spiritualität, Mystik, Menschlichkeit, Stille. Wir bauen diese Stadt wieder auf, denn Norcia ist die Stadt der Seele. Nach diesem Unglück wird auch die Benediktinerregel einen neuen Aufschwung erleben.“ Für ihn ist die Tatsache, dass von der Basilika nur die Fassade mit der Fensterrosette und den Statuen des Benedikt und seiner Schwester Scholastika aufrecht stehen blieben, ein göttliches Zeichen.

Norcia pflegt übrigens mit dem bayrischen Ottobeuren eine Städtepartnerschaft, mit dem es die uralte Benediktinerabtei verbindet.

(Quelle: Zenit vom 04.11.2016)


Vierte Papstlotterie für Erdbebenopfer:
Lose erstmals auch online erhältlich

Es ist wieder Zeit für die Papst-Lotterie im Vatikan. Bereits zum vierten Mal führt das Almosenamt des Papstes die Verlosung von einigen Preise durch. Im Zuge des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit und des nahenden Weihnachtsfestes möchte der Papst die Gunst der Stunde nützen um an die Gesten der Solidarität und des Teilens zu erinnern. Dieses Mal sollen mit den Spenden die Obdachlosen und Opfer des Erdbebens in Mittelitalien im August 2016 unterstützt werden.

Bei den früheren Lotterien, wie dem Weihnachtsfest 2014 sowie dem Hochfest Peter und Paul 2015 waren regelmäßig Geschenke des Papstes unter den Hauptgewinnen, so auch dieses Mal. Nach Agenturangaben gibt es unter anderem einen Kleinwagen von Opel sowie ein professionelles Rennrad zu gewinnen. Der Preis für die Lose liegt weiterhin bei zehn Euro und kann in den vatikanischen Einrichtungen wie dem mobilen Postamt am Petersplatz, der Apotheke oder via Internet unter http://www.vaticanstate.va in den kommenden Wochen erstanden werden.

(Quelle: Radio Vatikan 20.10.2016)


Gregory Polan O.S.B.: Neuer Abtprimas
der Benediktinischen Konföderation

Ein US-Amerikaner folgt auf den Deutschen Benediktiner Notker Wolf: Der Nachfolger als Abtprimas der Benediktinier heißt Gregory Polan und stammt von der Abtei Conception im US-amerikanischen Bundesstaat Missouri. 16 Jahre lang hatte Wolf sein Amt an der Spitze des Benediktinerordens inne gehabt.

Die rund 250 Äbte wählten Polan an diesem Samstag in Rom. Der US-Benediktiner nahm die Wahl an und zählt somit als zehnter Abtprimas der Benediktinischen Konföderation, also dem weltweiten Zusammenschluss aller Benediktinerklöster.

Der Abtprimas gilt als oberster Vertreter der weltweit rund 22.000 Benediktiner und Benediktinerinnen. Zur Erinnerung: dieser Orden ist eines der größten der katholischen Kirche. Gegründet wurde er im 6. Jahrhundert vom heiligen Benedikt und zählt zu den ältesten der katholischen Kirche.

Der Abtprimas wird zunächst auf acht Jahre gewählt. Danach kann er bis zu zweimal, jeweils für vier Jahre, wiedergewählt werden. Er steht der Abtei Sant'Anselmo in Rom vor. Zugleich ist er Großkanzler der päpstlichen Hochschule der Benediktiner, des Pontificio Ateneo Sant'Anselmo. Im Kreis der Äbte ist der Abtprimas nur der „Erste unter Gleichen“. Sein Aufgabenfeld beschränkt sich in erster Linie auf die Repräsentation des Ordens.

Im deutschen Sprachraum sind die Benediktiner mit rund 1.500 Mönchen und Nonnen der mitgliederstärkste Orden. So gibt es in Österreich 17 und in Deutschland mehr als 50 Niederlassungen. Das Benediktinerkloster Einsiedeln in der Schweiz ist sogar eine Territorialabtei und der entsprechende Abt Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz. Innerhalb der Benediktinischen Konföderation, dem weltweiten Zusammenschluss aller Benediktinerklöster, spielen die Klöster im deutschen Sprachraum traditionell eine große Rolle.


Äbtekongress in Rom: Neuer Abtprimas wird gewählt

Die Ordensoberen der Benediktinischen Konföderation sind derzeit in Rom zu ihrem regelmäßigen Internationalen Kongress versammelt. Am Samstag wählen sie einen Nachfolger für Wolf, der das Amt als oberster Repräsentant von mehr als 20.000 Ordensmännern und -frauen seit dem Jahr 2000 innehatte. Wolf will seinen Ruhestand in seinem bayerischen Heimatkloster Sankt Ottilien verbringen.

Der als Werner Wolf in Bad Grönenbach im Allgäu geborene Benediktiner wird seinen Ruhestand in seiner Gemeinschaft in der Erzabtei St. Ottilien im Kreis Landsberg am Lech verbringen. Besonders freut er sich darauf, wieder mit seinen Mitbrüdern zusammenzusein. Auch die dortige Landwirtschaft liegt ihm am Herzen, hat Wolf doch früher selbst geholfen, so manches Kälbchen ans Licht der Welt zu ziehen. Vor allem aber hofft er wieder mehr Zeit für die Musik zu haben, denn sie sei ein "Auszug meines Herzens".

Wolf war von 1977 bis zum Jahr 2000 Erzabt von St. Ottilien, bevor er zum neunten Abtprimas der Benediktiner gewählt wurde und als oberster Repräsentant von über 800 Benediktinerklöstern und 20.000 Mönchen in Rom wirkte.

Papst Franziskus hat den scheidenden Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, gewürdigt und dem Deutschen für sein Engagement für die Kirche gedankt. An diesem Donnerstagmittag empfing der Papst im Vatikan die Benediktineräbte, die derzeit in Rom über neue Weichenstellungen für ihren Orden beraten. „Nach 16 Jahren herumfahren, frage ich mich, wer kann diesen Mann stoppen?“, scherzte der Papst über den Benediktiner Wolf, der von Amts wegen viel in der Welt herumzureisen hatte. Am Samstag wählen die Äbte aus ihrer Mitte einen Nachfolger des 76 Jahre alten Primas, der seinen Ruhestand nach eigenen Angaben in seinem Heimatkloster Sankt Ottilien in Bayern genießen will.

Die Konferenz der Benediktineräbte dreht sich auch um das Hauptthema des Heiligen Jahres, und darüber sprach der Papst auch in seiner Rede: „Die heutige Welt zeigt auf, dass wir immer mehr Barmherzigkeit benötigen. Das ist jetzt nicht einfach ein Slogan oder ein Rezept, sondern es gehört zum Herzstück des christlichen Lebens und konkreten christlichen Stils. Jede zwischenmenschliche Beziehung braucht das und wir sollten uns deshalb alle den Bedürftigen hinwenden. Das ist im Übrigen auch das, was die Authentizität und Glaubwürdigkeit der Botschaft ist, die die Kirche beauftragt ist zu schützen und zu verkünden.“

Gerade Mönche und Nonnen hätten die Aufgabe, in einer Welt wie der heutigen „Zeugen und Verkünder dieser Botschaft der Barmherzigkeit zu sein“, fuhr Franziskus fort. Eine wichtige Rolle hätten auch die Klostergemeinschaften als Vorbild „für ein friedliches Zusammenleben“. Auch Klausurklöster seien wichtig, weil sie sich „nicht steril von der Welt fernhalten“, sondern „ein Reichtum für das Zusammenleben“ darstellen.

„Durch eure Arbeit und im Einklang mit dem Gebet seid ihr wichtige Teile des Werkes Gottes und tragt zur Solidarität mit den Benachteiligten bei, indem ihr durch die typische Gastfreundschaft der Klöster viele ,verlorene Seelen´ aufnehmt. Ein weitere wichtiger Einsatz der Benediktiner betrifft die Bildung. Die Studenten an euren Schulen werden jeweils zu Experten jener Menschlichkeit, die in den Benedikt-Regeln erhofft wird.“

Zum Schluss wünschte der Papst den Benediktinern, dass ihre Einheit im Verbund der Benediktiner gestärkt werde und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Benediktinerklöster wachse. Ihm sei bewusst, dass etliche Gemeinschaften immer weniger Novizen hätten, dennoch sei er für die Zukunft der Benediktiner zuversichtlich.

Der Benediktiner, der das Sodawasser erfand

Die ungarischen Heilwasser sind berühmt, seit Jahrhunderten. Das wussten auch die Mönche und tranken vornehmlich diese heilende Wasser. Nun hatte aber nicht jedes Kloster seine eigene Quelle, also musste dieses mineralhaltige und kohlensäurehaltige Wasser in Holzfässern auf Pferdekarren zum Bestimmungsort transportiert werden. Über Stock und Stein, wie die damaligen Strassen und Wege so waren. Über dieses ganze Gerumpel und Gepumpel entfleuchte jedes Mal die Kohlensäure aus dem Wasser. so dass das Wasser schal schmeckte und an Frische verlor.

Die Benediktinermönche ärgerte das und sie baten ihren Mitbruder Anton Štefan Jedlík (1800-1895), der bekannt für seine genialen Einfälle und Erfindungen war, sich diesem Problem anzunehmen. 1826 hat er, um seine Mitbrüder zu erfreuen, Sodawasser hergestellt. Er verwendete das künstlich hergestellte Sodawasser auch zur Behandlung Cholerakranker. Nach seinen Plänen wurde das erste Sodawasserwerk erbaut. Auch die dazu notwendige Sodawasserflasche (Syphonflasche) entwickelte er. Das Unternehmen ging bankrott und er konnte keinen finanziellen Nutzen aus seiner Erfindung ziehen. Er verwendete das künstlich hergestellte Sodawasser auch zur Behandlung Cholerakranker.

Jedlik konstruierte 1829 einen Gleichstrommotor, der eine Urform des Elektromotors darstellt. Bereits 1853 erkannte er beim Bau einer Unipolarmaschine das dynamoelektrische Prinzip und entwickelte daraufhin 1861 eine Dynamomaschine. Damit hat Jedlik bereits fünf Jahre vor Werner von Siemens und Charles Wheatstone das Dynamoprinzip entdeckt. Dies ist jedoch ebenso in Vergessenheit geraten wie die Erfindung von Søren Hjorth, der bereits im Jahr 1854 das erste Patent auf eine selbsterregte Dynamomaschine erhielt.

Noch vor Jedlik baute der französische Instrumentenbauer Hippolyte Pixii im Jahr 1832 den ersten bekannten Wechselstrom-Generator und später auch einen Generator für pulsierenden Gleichstrom.

Im Jahr 1840 wurde Jedlik Professor an der Pester Universität. Er trat 1841 als einer der ersten der Ungarischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft bei und wurde 1858 zum Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er änderte auch die Fachsprache in Physik und Chemie vom Lateinischen ins Ungarische, das 1844 die offizielle Landessprache wurde.  Seine Apparate wurden auch bei der Weltausstellung 1873 in Wien ausgestellt, wo er auf Grund der Empfehlung von Siemens mit dem Preis „Fortschritt“ ausgezeichnet wurde.

(Quelle: Wikipedia.de)

29_6_1951

Mit Papst Franziskus dem Herrn für das Eiserne Priesterjubiläum
des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. danken

Am 28. Juni wird mit einer Gedenkfeier im Apostolischen Palast der Priesterweihe gedacht, die Joseph Ratzinger am 29. Juni 1951 im Freisinger Dom empfing.

„Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt“, lautet das Pauluswort aus dem Zweiten Korintherbrief (1,24), das auf dem Erinnerungsbild zur Priesterweihe Joseph Ratzingers zu lesen steht. Gespendet hat sie ihm Kardinal Michael von Faulhaber, Erzbischof von München, am Peter- und Paulstag 1951 im Dom zu Freising. An diesen mehr als 65 Jahre zurückliegenden Jahrestag erinnert die Gedenkfeier in der Sala Clementina im Apostolischen Palast, an der am 28. Juni nicht nur Papst Franziskus teilnehmen wird, sondern auch der emeritierte Papst Benedikt, dem man einen eigens zu diesem Anlass herausgegebenen Band über das Priestertum überreichen wird.

„Wir waren über vierzig Kandidaten, die auf den Aufruf hin »Adsum« sagten: Ich bin da – an einem strahlenden Sommertag, der als Höhepunkt des Lebens unvergesslich bleibt“, schreibt Joseph Ratzinger in seiner Autobiographie Aus meinem Leben. „Man soll nicht abergläubisch sein. Aber als in dem Augenblick, in dem der greise Erzbischof mir die Hände auflegte, ein Vöglein – vielleicht eine Lerche – vom Hochaltar in den Dom aufstieg und ein kleines Jubellied trällerte, war es mir doch wie ein Zuspruch von oben: Es ist gut so, du bist auf dem rechten Weg.“ Auch sein älterer Bruder Georg empfing an diesem Tag die Priesterweihe. Joseph Ratzinger erinnert sich: „Am Tag der ersten heiligen Messe leuchtete unser Pfarrkirche St. Oswald in ihrem schönsten Glanz, und die Freude, die den ganzen Raum fast greifbar ausfüllte, zog alle in die lebendigste Weise »aktiver Teilnahme« am heiligen Geschehen hinein, die keiner äußeren Geschäftigkeiten bedurfte. Wir waren eingeladen, den Primizsegen in die Häuser zu tragen, und wurden überall, auch von ganz unbekannten Menschen, mit einer Herzlichkeit empfangen, die ich mir bisher nicht hatte vorstellen können. So habe ich ganz unmittelbar erfahren, wie sehr Menschen auf den Priester warten, wie sehr sie auf den Segen warten, der aus der Kraft des Sakraments kommt. Da ging es nicht um meine Person oder die meines Bruders: Was hätten wir jungen Leute aus unserem Eigenen heraus schon den vielen bedeuten können, denen wir nun begegneten? Sie sahen in uns Menschen, die vom Auftrag Christi berührt waren und seine Nähe zu den Menschen tragen durften“ (S. 71-72).

Während dieser für den emeritierten Papst so wichtige Tag näherrückt, dürfen wir an Leo XIII. erinnern, der sein 65jähriges Priesterjubiläum Anfang des vergangenen Jahrhunderts begehen konnte.

Das Priestertum ist „nicht einfach »Amt«, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln,“ betonte Benedikt XVI. am 11. Juni 2010 bei der Messe zum Abschluss des Priesterjahres, das er zum 150. Todestag von Jean-Marie Vianney, dem Schutzheiligen aller Pfarrer der Welt, eingeläutet hatte.

Der 12. Band der Gesammelten Schriften von Joseph Ratzinger, „Künder des Wortes und Diener eurer Freude“, ist dem Thema des Priestertums gewidmet. Es handelt sich um eine Sammlung von 80 Texten zur Theologie und Spiritualität des Weihesakraments, die nicht nur theologisch-wissenschaftliche Studien umfasst, sondern auch Meditationen zur Priesterspiritualität und Homilien zum Amt des Bischofs, Priesters und Diakons: Frucht des reichen Schaffens des Theologen, Bischofs und Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Joseph Ratzinger, dessen Zeitspanne von 1954 bis 2002 fast ein halbes Jahrhundert abdeckt.

(Quelle: Luca Caruso: Vatikan. Stiftung Joseph Ratzinger - Papst Benedikt XVI., 14.06.2016)

Abtsbenediktion von Abt Winfried Schwab O.S.B.
5. Abt der Benediktinerabtei Neuburg bei Heidelberg

Am Samstag, 12. März 2016, wurde der ehemalige Subprior des Stiftes Admont
P. Winfried Schwab O.S.B. zum 5. Abt der Benediktinerabtei Neuburg bei Heidelberg geweiht.
Dem feierlichen Gottesdienst stand der Freiburger Erzbischof Stefan Burger vor.

»Sie dürfen als Abt, als geistlicher Vater der Mönche, dazu beitragen, dass Gottes Heil in der Welt sichtbar und erfahrbar wird, nicht nur für die Gemeinschaft der Mönche, sondern auch für Gäste und Besucher.« sagte Erzbischof Stefan in seiner Predigt

Abt Winfrieds Wahlspruch lautet »Sub tuum præsidium« - »Unter deinen Schutz und Schirm«. In einer kurzen Dankesrede am Ende des Gottesdienstes bat Abt Winfried die Mitfeiernden um ihr Gebet. »Viele von Ihnen wissen, dass ich gern die ganze Hand nehme, wenn mir jemand einen Finger reicht«, begann er mit einem Schmunzeln. »Heute bitte ich Sie um beide Hände. Beide Hände zum Gebet für die Abtei Neuburg.«







23 neue Beschützer für den Papst

Für Touristen, die die Heilige Stadt besuchen, sind sie ein beliebtes Fotoobjekt: die Schweizergardisten in ihren gelb-rot-blau gestreiften Uniformen. Stramm und furchtlos stehen sie vor den Toren des Vatikans. Ihr Auftrag: den Papst und seine Residenz beschützen. Und das schon seit 1506. Am Freitag, 6. Mai 2016, schwörten 23 neue Gardisten im Vatikan dem Papst ihre Treue.

Hinter der altmodisch wirkenden Fassade steckt eine lange und beeindruckende Tradition. Jedes Jahr am 6. Mai nämlich legen neue Rekruten ihren Schwur ab. Das Datum erinnert an den Heldentod von 147 Schweizergardisten, die 1527 während der Plünderung Roms zu Tode kamen. Das ist zwar schon lange her, aber auch heute müssen die Schweizergardisten vor Gefahren gewappnet sein. Das betonte auch der Gardekommandant, Oberst Christoph Graf, bei seiner Ansprache. Und er verwies auf die erschreckende Lage unter anderem im Irak und Syrien:

„Europa ist geschockt und die Bevölkerung verlangt wieder mehr Sicherheit. Die Kontrollen an wichtigen öffentlichen Gebäuden wurden verstärkt, die Präsenz der Sicherheitskräfte in den Großstädten ist unübersehbar. Die Spezialeinheiten trainieren ununterbrochen und spielen jedes mögliche Szenario durch. Das Geld spielt plötzlich keine Rolle mehr... Der Staat hat dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Sicherheit leben können.“

Die Hellebarden – die speerähnlichen Waffen – sind also nicht nur Show. Die Schweizergardisten müssen im Fall der Fälle wirklich bereit sein zu kämpfen. Und dabei geht es nicht bloß darum, das äußere Leben zu schützen. Gardekaplan Thomas Widmer ermutigte die jungen Männer auch, reinen Herzens zu sein:

„Der Panzer, den ihr tragt, dient dazu, die lebenswichtigen Organe zu schützen. Allen voran: das Herz. In diesem Sinne erinnert der Harnisch auch daran, dass es nicht nur die kostbare Gabe des menschlichen Lebens, sondern auch des übernatürlichen Lebens der Gnade, des göttlichen Lebens in euch, zu schützen und zu bewahren gilt.“
Ernst und ohne mit der Wimper zu zucken lauschten die Rekruten den Worten des Gardekaplans. Bis dann endlich der große Moment gekommen war.

„Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst Franziskus und seinen rechtmäßigen Nachfolgern, und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, für ihren Schutz selbst mein Leben hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Kollegium der Kardinäle während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhls. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre es, so wahr mir Gott und unsere heiligen Patrone helfen.“

Der Reihe nach treten die Rekruten nach vorne. Die linke Hand umfasst dabei fest die Fahne der Garde, die rechte Hand erheben sie. Drei Finger gespreizt - das Zeichen der Dreifaltigkeit.

„Ich schwöre, alles das, was mir soeben vorgelesen wurde, gewissenhaft und treu zu halten, so wahr mir Gott und seine Heiligen helfen.“

Feierlich, beeindruckend und bunt ging er zu Ende … der Tag, an dem 23 junge Männer dem Papst ihre Treue schwörten.

(Quelle: Radio Vatikan vom 07.05.2016)


Ältestes Rezept der Linzertorte im Stiftsarchiv Admont

Das Archiv und die Bibliothek des Stiftes Admont beherbergen eine Vielzahl an Schätzen, Kuriositäten und Unikaten. Verwunderlich ist dennoch, dass das älteste erhaltene Rezept der berühmten Linzertorte nicht in Oberösterreich aufbewahrt wird, sondern im grenznahen, steirischen Benediktinerkloster Admont. Das Rezept, eigentlich sind es vier Varianten, befindet sich im Codex 35/31 der Stiftsbibliothek, einem „Buech von allerley Eingemachten Sachen, also Zuggerwerck, Gewürtz, Khütten und sonsten allerhandt Obst wie auch andere guett und nützlich Ding“. Angelegt wurde das Kochbuch, das etwa 490 Rezepte enthält, im Jahre 1653 von Anna Margarita Sagramosa, geborene Gräfin Paradeiser, einer in Verona ansässigen Adeligen. Wie ihr Kochbuch nach Admont kam, ist nach wie vor unbekannt.

Die Linzer Confiserie-Firma Marc Chocolatier wurde auf unser Rezept aufmerksam und nahm Kontakt mit Stiftsarchivar und –bibliothekar P. Maximilian Schiefermüller auf. Der Traditionsbetrieb mit Sitz an der prominenten Linzer Landstraße bzw. der Harrachstraße wird basierend auf unserem Rezept nun Linzertorten backen, die fortan im Betriebslokal in Linz, aber auch im Museumsshop Admont (Linie „Made for Admont“) erworben werden können. Das älteste Rezept der Linzertorte, im Stift Admont aufbewahrt – umgesetzt in eine köstlichen Mehlspeise!

(Quelle: stiftadmont.at)


Der Trevi-Brunnen wird sich
für die christlichen Märtyrer rot färben

Am 29. April wird sich der Trevi-Brunnen, einer der emblematischen Orte Roms und weltberühmte Touristenattraktion, zu Ehren der christlichen Märtyrer rot färben.  Das Mahnmal wird von Kirche in Not in Italien organisiert und zielt darauf ab, "Aufmerksamkeit für das Drama der antichristlichen Verfolgung zu gewinnen".

In einer Mitteilung, die auf ihrer Website veröffentlicht wurde, teilt Kirche in Not mit, dass sie mit dieser Initiative "hofft, überall Vorreiter einer anhaltenden und konkreten Reaktion zu sein, mit dem Ziel, dass die Verfolgten des 21. Jahrhunderts baldmöglichst die effektive Ausübung ihres natürlichen Rechtes der Religionsfreiheit wieder erlangen."

Die Organisatoren fügten hinzu, dass "die systematische Verletzung des Rechtes auf Religionsfreiheit, vor allem jener der Christen, ein zentrales Thema im öffentlichen Diskurs werden muss". An der Veranstaltung werden Monsignore Antoine Audo, chaldäischer Bischof von Aleppo (Syrien) und Kardinal Mauro Piacenza, internationaler Präsident von Kirche in Not teilnehmen.

Der Irak und Syrien sind zwei der Länder, in denen eine heftige Christenverfolgung besteht, die zunehmend als Völkermord anerkannt wird.  Neben der brutalen Unterdrückung des Christentums durch die kommunistische Diktatur in Nordkorea ist es vor allem der weltweit wachsende Islamismus, der Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Die Bandbreite reicht vom aktiven Völkermord durch den Islamischen Staat bis hin zu Misshandlung, Unterdrückung und Diskriminierung von Christen durch manche Muslime in deutschen Migranten-Unterkünften.

In Syrien stehen die Christen mitten im Feuer zwischen dem Islamischen Staat, den Rebellengruppen und den Streitmächten der Regierung. Tausende haben alles verlassen, weil sie sie nicht ihren Glauben verleugnen wollten. Viele befinden sich in Flüchtlingslagern, wo sie unter prekären Umständen leben.  Bis jetzt haben sich der Initiative verschiedene Vereinigungen angeschlossen, wie Comunione e Liberazione, die italienische Caritas, die christliche Arbeiterbewegung, die Fokolarbewegung, Lebensrechtsbewegungen und andere.

(Quelle: CNA Deutsch vom 13.04.2016)

"Münze 2" wurde feierlich eröffnet

Das traditionsreiche Studentenheim in der Münzgrabenstraße, liebevoll "die Münze" genannt, wurde in seiner Kapazität verdoppelt. Im Mai 2014 wurde mit dem Umbau begonnen und konnte nach knapp mehr als einem Jahr abgeschlossen werden. Das Heim, das sich im Besitz des Stiftes Admont befindet, wurde von 87 auf fast 170 Studentenheimplätze erweitert.

2007 hatte das Stift Admont das Studentenheim den Dominikanern abgekauft und generalsaniert. Im Jahr 2009 wiedereröffnet, betreibt die Akademikerhilfe das Studentenheim für das Stift Admont. Nachdem die Dominikaner das Kloster aufgelassen und Graz verlassen hatten, kaufte das Stift den Rest des Klosters auf und baute den Großteil - es befindet sich die Pfarre Münzgraben mit Räumlichkeiten in einem Teil des ehemaligen Klosters - auch in ein Studenheim um.

Am Donnerstag, 15. Oktober 2015, kamen neben Abt Bruno Hubl O.S.B., der die Segnung des Heimes vornahm, auch der Obmann der Akademikerhilfe, Roderich Regler, der Rektor der Medizin-Uni, Josef Smolle, und Gemeinderätin Elisabeth Potzinger als prominente Gäste zur Eröffnung der Erweiterung des Studentenheimes.

P. Subprior Winfried Schwab O.S.B. wurde
zum Abt der Abtei Neuburg in Heidelberg gewählt

Wie heute Montag seitens des Stiftes Admont von Abt Bruno Hubl O.S.B. bekanntgegeben wurde, ist Dipl.-Theol. P. Subprior Winfried Schwab O.S.B. zum 5. Abt der Benediktinerabtei Neuburg in Heidelberg gewählt worden. Am 8. März 2016 - nach Vollendung des 70. Lebensjahres des derzeitigen Abtes Franziskus Heeremann – wird in Neuburg die Amtsübernahme von P. Winfried Schwab als Abt von Neuburg erfolgen. Abtpräses Albert von der Beuroner Kongregation informierte, dass die Abtsbenediktion in Neuburg voraussichtlich am Samstag, dem 12. März 2016, um 15 Uhr stattfinden wird. 

Um 1130 wurde Niwenburg als Filialgründung des Klosters Lorsch zunächst als Männerkloster des Benediktinerordens errichtet. 1195 erfolgte auf Initiative Konrad von Staufens, des ersten Pfalzgrafen bei Rhein, die Umwandlung in ein Kloster der Benediktinerinnen. Mit der Auflösung des Lorscher Mutterklosters 1232 gingen dessen Rechte zunächst auf das Bistum Mainz und später auf das Bistum Worms über. Da man dort den Reformbestrebungen aus Cîteaux anhing, erfolgte unter Mitarbeit des nahegelegenen Klosters von Schönau die Umwandlung in eine Zisterzienserinnenabtei, welche erstmals für das Jahr 1303 urkundlich belegt ist. Um 1460 kehrte das Kloster unter dem Einfluss des Kurfürsten Friedrich I. zur benediktinischen Observanz zurück. Im 16. Jahrhundert schlossen sich die Nonnen der Reformation an und verließen das Kloster, welches schließlich 1562 nach dem Tod der Äbtissin Brigitta von Pfalz-Simmern offiziell aufgelöst und in ein adeliges Fräuleinstift umgewandelt wurde. 1706 wurde das Kloster vom Kurfürsten Johann Wilhelm den Jesuiten übertragen, in deren Händen es bis zum Verbot des Ordens durch den Papst im Jahre 1773 verblieb. Es wurde daraufhin erneut säkularisiert und ging 1804 in Privatbesitz über. Bis 1926 blieb die Anlage im Besitz der Familie von Bernus. 1926 wurde Neuburg von Alexander von Bernus an die Benediktiner der Erzabtei Beuron verkauft, deren Orden es anfangs besessen hatte, und unter Erzabt Raphael Walzer wieder klösterlichen Zwecken zugeführt. Erster Abt von 1929 bis 1934 war Adalbert von Neipperg, der 1948 in Werschetz (Jugoslawien, heute Serbien) zu Tode gefoltert wurde, nachdem er sich dort im Lager um zum Teil verwundete Kriegsgefangene gekümmert hatte. Am 14. Juli 2011 wurde die Neugestaltung der Klosterkirche nach den Plänen des Architekten Christian Taufenbach mit der Hugo-Häring-Auszeichnung 2011 des Landesverbandes Baden-Württemberg im Bund Deutscher Architekten prämiert.Der Architekt konzipierte die Kirche als »zurückhaltende(n) Träger« für das Geschehen, als ein Haus, das erst »mit dem Geschehen vollständig« sei. (Quelle: Wikipedia)

 


Brandanschlag auf Tagbha: Teile des Klosters
bis auf die Grundmauern niedergebrannt!

Auf das deutsche Benediktinerkloster Tabgha und die Brotvermehrungskirche am See Genezareth in Israel ist ein schwerer Brandanschlag verübt worden.

Ein Trakt des erst 2012 eingeweihten Neubaus am See Genezareth brannte am frühen Donnerstagmorgen bis auf die Grundmauern ab. Ein 80-jähriger Mönch und eine 20-jährige deutsche Volontärin wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung in eine Klinik eingeliefert, wie ein Sprecher der Abtei der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Aufgrund einer hinterlassenen Parole an einer Wand gehe man von einem Anschlag jüdisch-nationalistischer Täter aus.

Der deutsche Botschafter in Israel, Andreas Michaelis, äußerte sich "erschüttert" über den Brand und verlangte eine zügige und gründliche Aufklärung. Er verurteile jegliche Form von Gewalt gegen Vertreter religiöser Institutionen und gegen religiöse Einrichtungen, so Michaelis unter Verweis auf die Hetzparolen. "Es muss sichergestellt werden, dass diese Einrichtungen in Israel, ebenso in Deutschland und Europa, geschützt sind und bleiben", erklärte der Botschafter. Vorfälle dieser Art dürften sich nicht wiederholen.

Der Brand, bei dem Boden und Dach der Kirche schwer beschädigt wurden, sei offenbar an mehreren Stellen ausgebrochen, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Das antichristliche Graffiti und der Zeitpunkt des Ausbruchs ließen darauf schließen, dass das Feuer "mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich gelegt wurde".

Vize-Außenministerin Chotoveli sagte nach Medienberichten, Israel respektiere die Religionsfreiheit. Sie vertraue auf eine schnelle Aufklärung durch die Polizei. Innenminister Silvan Schalom entschuldigte sich im Namen Israels und versprach, dass sein Ministerium helfen werde, den Schaden in der Kirche zu beheben.

Klosterangaben zufolge wurden die Mönche kurz nach 3.00 Uhr morgens durch das Feuer geweckt. Die israelische Feuerwehr sei binnen einer halben Stunde mit zwei Löschzügen an dem entlegenen Ort am See Genezareth eingetroffen. Sie konnte jedoch nicht verhindern, dass die südlichen Teile der Klosteranlage mit Büro- und Arbeitsräumen, der Klosterpforte und einem überdachten Umgang abbrannten.

Abtei-Sprecher Nikodemus Schnabel sprach von einem "enormen Schaden" und einer "neuen Dimension" der Gewalt gegen christliche Einrichtungen. Videoaufnahmen zeigten auf einer Wand der Brandruine einen hebräischen Schriftzug mit der Forderung "Falsche Götzenbilder müssen zerschlagen werden".

Bereits im Mai 2014 war die Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem, zu der Tabgha gehört, Ziel eines Brandanschlags geworden. Unmittelbar nach dem Besuch von Papst Franziskus auf dem Zionsberg legten Unbekannte mit Hilfe eines angezündeten Buchs Feuer im Chorraum. Der Brand wurde nur durch Zufall entdeckt, bevor er sich ausbreiten konnte. Im vergangenen Februar gab es einen Fall von Brandstiftung im griechisch-orthodoxen Seminar ebenfalls auf dem Zionsberg. Auch dort wurden auf den Außenmauern antichristliche Graffiti angebracht.

Der rund fünf Millionen Euro teure, vom Deutschen Verein vom Heiligen Land, den Benediktinern und den deutschen Bistümern sowie Großspendern gemeinsam finanzierte Neubau des Klosters Tabgha war im Mai 2012 nach fünf Jahren Bauzeit eingeweiht worden. Deutsche Benediktiner unterhalten seit 1939 an diesem Ort eine Pilgerstätte, die an das biblische Wunder der Brotvermehrung erinnert.

Derzeit leben in Tabgha sechs Mönche. Dem Kloster angegliedert ist eine Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit jungen Behinderten.

Die stellvertretende Tourismusministerin Zippi Hotovely verurteilte den Brandanschlag aufs Schärfste. "Israel respektiert die Religionsfreiheit", erklärte sie und versicherte, dass die Polizei alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um den Fall aufzuklären.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der erst vor wenigen Wochen in Tabgha einen Gottesdienst gefeierte hatte, brachte seine Bestürzung zum Ausdruck: "Mit Schrecken habe ich die Nachricht vom Brandanschlag auf das Kloster im israelischen Tabgha gehört. Sie macht mich traurig und ratlos, denn nach allem, was bis jetzt bekannt ist, war der Anschlag durch religiösen Fanatismus motiviert. Meine erste Sorge gilt den Verletzten, ihnen wünsche ich baldige Genesung. Noch vor kurzem bin ich selbst in Tabgha gewesen. Das Kloster am Ufer des Sees Genezareth erinnert an den Ort der Brotvermehrung und ist damit ein besonderes Zeichen des friedlichen Zusammenlebens. Umso erschütternder ist dieser neuerliche Gewaltausbruch. Er zeigt erneut, wie wichtig das friedliche Zusammenleben der Religionen ist. Dafür bete ich und dafür setze ich mich auch persönlich ein."

(Quelle: domradio.de am 18.06.2015)

 

Papst Franziskus segnet »Agnes-Lämmer«

Papst Franziskus hat am Fest der hl. Agnes von Rom (21. Jänner) im Vatikan die beiden »Agnes-Lämmer« gesegnet, aus deren Wolle die Pallien für Erzbischöfe gewebt werden. Römische Ordensfrauen präsentierten ihm im vatikanischen Gästehaus Santa Marta die zwei Tiere, die zuvor in der römischen Basilika Sant'Agnese gesegnet worden waren. Das Pallium ist eine weiße Wollstola mit aufgestickten schwarzen Kreuzen, das vom Papst und den Erzbischöfen, die zugleich Leiter von Kirchenprovinzen sind, während der Liturgie über dem Messgewand getragen wird. Es wird den neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen jeweils am 29. Juni, dem römischen Patronatsfest Peter und Paul, im Vatikan überreicht.

Die Segnung der beiden Lämmer war am Morgen während einer Liturgie zum Festtag der heiligen Agnes in deren Basilika an der römischen Ausfallstraße Via Nomentana erfolgt. Es handelt sich um eine römische Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert, die der Überlieferung nach als junges Mädchen während einer Christenverfolgung in Rom den Tod auf dem Scheiterhaufen fand. Die Verbindung mit den Lämmern leitet sich von der Namensähnlichkeit mit dem lateinischen Wort »agnus« (Lamm) her. Die Herstellung der Pallien obliegt den Benediktinerinnen der Kirche Santa Cecilia im römischen Stadtteil Trastevere. Mehr...

(Quelle: Kathpress 21.01.2015)


Stiftsgymnasium Admont erhält Sportgütesiegel in Gold

Im Rahmen eines Festaktes wurde dem Stiftsgymnasium Admont von der Präsidentin des Landesschulrates, Frau Elisabeth Meixner und von der Fachinspektorin für Bewegung und Sport, Mag. Christa Horn, das Schulsportgütesiegel in Gold im Grazer Rathaus verliehen. Dieses Gütesiegel wird je nach Erfüllung bestimmter Kriterien in Gold, Silber und Bronze vergeben und hat eine Gültigkeit von 4 Jahren.

„Sport und Bewegung sind Grundvoraussetzungen für ein gesundes und glückliches Leben und wirken sich auch positiv auf das Leistungsvermögen in der Schule aus. Steirische Schulen gehen in einer Zeit, in der nicht nur junge Menschen tendenziell unter Bewegungsmangel leiden, mit gutem Beispiel voran. Oft engagieren sich dabei SchulleiterInnen, PädagogInnen, Eltern und SchülerInnen weit über das geforderte Ausmaß hinaus, um Veranstaltungen und Projekte zu organisieren und den SchülerInnen ein Mehr an Bewegung und Sport zu ermöglichen“, betonte Landesschulrats-Präsidentin Elisabeth Meixner.

Bewertet werden unter anderem die Ausstattung der Sportstätten, die Stundenanzahl im Fach Bewegung und Sport, die durchgeführten Sportwochen, die Zusatzqualifikationen der Lehrer und Sportlehrer oder die Teilnahme an verschiedenen Schulsportveranstaltungen. Am Gymnasium gibt es auch besonders bewegungsfreundliche Akzente im Schulbetrieb. So werden unter anderem in den Pausen die Turnsäle geöffnet und den Schülern der ersten und zweiten Klassen als Bewegungsraum zur Verfügung gestellt.

In diesem Jahr wurde das Schulsportgütesiegel vom BMBF steiermarkweit an 46 Schulen verliehen. Das Stiftsgymnasium Admont war eine von 6 AHS! Einen besonderen Beitrag leisteten Musikerinnen des Gymnasiums, die eingeladen waren mit ihren Beiträgen die Verleihung festlich zu umrahmen.

(Quelle: arf.at/gymnasium-admont.at am 14.01.2015)

Die soziale Papst-Lotterie

Darf man es als Katholik oder darf man es nicht? Der Umgang mit Lotto und anderen Glücksspielen war in der Kirche stets kontrovers. Doch für einen guten Zweck geht die Sache schon in Ordnung. Das findet man jetzt auch im Vatikan.

Die Mitteilung aus dem Vatikan klingt neu und sensationell, aber sie wurzelt in einer alten Tradition. Bei einer Lotterie sollen demnächst Gegenstände verlost werden, die der Papst in den vergangenen Monaten als Geschenk erhalten hat. Der erste Preis ist ein weißer Fiat Panda, Preise zwei bis vier je ein Fahrrad, der nächste Preis ein Tandem. Ferner kommen eine Videokamera, Uhren, Silberrahmen, Brieftaschen, eine Kaffeemaschine und ein weißer Panama-Hut zur Verlosung. Als Trostpreise winken Schirme, Bücher, Gürtel und noch vieles mehr. Ab sofort sind im Vatikan für zehn Euro die entsprechenden Lose erhältlich. Die Auslosung erfolgt am 8. Januar des kommenden Jahres unter der Aufsicht von Kardinal Giuseppe Bertello, dem Gouverneur des Vatikanstaates, und einem Notar.

Seit dem 18. Jahrhundert waren Lotterien in vielen Ländern der Erde zu einer nicht unbeträchtlichen Einnahmequelle für die jeweiligen Regierungen geworden. Das Glücksspiel füllte wie selbstverständlich die Portefeuilles der Finanzminister. Man nahm das Geld in freudiger Erwartung, gab sich aber nach außen hin den Anschein, dies nur mit großem Widerwillen zu tun, denn in bestimmten Kreisen der Gesellschaft blieb das Spiel, und damit auch der Gewinn daraus, moralisch anrüchig. Scheinheilig sprach man staatlicherseits - nachdem man bereits auf dem Geldtopf saß - von „einem Zugeständnis an gewisse soziale Schichten und der Duldung menschlicher Schwäche“. Im Herrschaftsgebiet des Papstes fand man zu einer anderen Ansicht. „Die päpstliche Regierung duldet nicht bloß die Lotterie, nein, sie genehmigt, ermutigt, ja, was sage ich, sie heiligt sie“, spottete Santo Domingo in seinem antikirchlichen Romführer. In Rom hatte das Lotto-Spiel, aus Genua kommend, mit Beginn des 17. Jahrhunderts seinen Einzug gefunden. Es beschränkte sich jedoch zunächst auf private Zirkel und erweckte daher auch nicht das unmittelbare Interesse der Päpste Es war König Philipp IV. von Spanien gewesen, der den Heiligen Stuhl auf die Gefahren des Spiels aufmerksam machte und vor Papst Alexander VII. (Fabio Chigi 1635-1667) eine Verurteilung erbat. Der Papst ließ sich in einer Vielzahl von Audienzen über das Spiel unterrichten. Die unterschiedliche Ansicht der Theologen abwägend, kam er zu der Entscheidung, das giuoco del lotto zu verbieten. Ausschlaggebend für den Entschluss des Heiligen Vaters soll die Tatsache gewesen sein, dass sich gerade bei Klerikern und Ordensleuten ein übermäßiges Interesse an dem Spiel gezeigt hatte.

Aber trotz aller oberhirtlichen Anstrengungen ließ sich das „giuoco del lotto“ (Lottospiel) nicht ausrotten; es ging in die Illegalität und gedieh dort prächtig - wie aus Berichten der päpstlichen Polizei ersichtlich auch wieder vor allem in klerikalen Kreisen. Die Unkontrollierbarkeit führte dazu, dass viele Menschen skrupellos betrogen und in die Armut getrieben wurden. Zudem kam es zu einer nicht unerheblichen Kapitalabwanderung ins Ausland, in jene fremde Staaten, in denen das Lottospiel erlaubt war. Der Papst, dem das Dilemma, in dem er sich befand, nicht verborgen blieb, berief eine Kongregation von Theologen und Kirchenrechtlern ein. Unter dem Vorsitz des Kardinals Tolomei sollte sie sich mit der Problematik beschäftigen und zu Lösungen kommen. Die Experten debattierten jedoch noch, als der Pontifex am 19. März des Jahres 1721 verstarb.

lnnozenz XIII. (Michelangelo dei Conti, 1721-1724) beriet sich unmittelbar nach seiner Thronbesteigung mit Kardinal Tolomei und den Mitgliedern der Kommission. Das Urteil der Experten war nicht einhellig. Über die Moralität des Spiels gab es kontroverse Ansichten; einig schien man sich jedoch darüber zu sein, das ein Verbot letztlich mehr Negatives bewirken würde als eine Duldung. Der Papst erklärte sich daher zur Freigabe des Lottospiels bereit. Mit einem Dekret vom 19. Juli 1721 gab Monsignore Falconieri, der Gouverneur der Ewigen Stadt und Vizekämmerer der Heiligen Römischen Kirche, die päpstliche Entscheidung und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen bekannt; der Prälat betonte, dass das Verbot, an auswärtigen Lottospielen teilzunehmen, jedoch weiterhin bestehen bleibe. Papst Klemens XII. (Lorenzo Corsini, 1730-1740), bestätigte zunächst die Verbote seines Vorgängers, wie es ein Erlass vom 7. Juli 1730 bezeugt. Dann entschloss sich der Papst jedoch, einen anderen Weg zu beschreiten. Er gab dem Lottospiel einen Sinn, der es auch moralisch auf eine neue Stufe stellte. Die aus Genua übernommenen neunzig Spielfelder ließ er mit der entsprechenden Zahl von „zitelle“, unverheirateten, kein eigenes Vermögen besitzenden Frauen der Ewigen Stadt, gleichsetzen. Nach der Ziehung der fünf Gewinnzahlen wurde dann fünf Frauen aus dem Erlös des Spiels die Aussteuer (das Brautkleid und die Summe von fünfzig Scudi) gezahlt. So erschloss man mittellosen Frauen aus Rom, später auch aus dem gesamten päpstlichen Herrschaftsgebiet, die Möglichkeit zur Heirat.

Der Karneval des Jahres 1732 brachte dann das langersehnte Ereignis: die offizielle, vor Publikum stattfindende Einführung des Lottospiels. Der Chronist des Diario di Roma schrieb: „Die erste Ziehung fand am 14. Februar statt, dem Donnerstag vor dem ersten Samstag im Karneval. Das Ganze war als große Festlichkeit aufgezogen. Auf dem Platz vor dem römischen Rathaus hatte man eine Bühne aufgebaut, ausgelegt mit Samt. Darauf nahm der Kommissar Platz, zusammen mit den Klerikern der Apostolischen Kammer. Auf dem Tisch stand, allem Volke sichtbar, eine schöne Urne aus versilbertem Kupfer für die Lose. Da hinein legte ein Mann mit langem violettem Rock die Kugeln, deren Nummern er mit lauter Stimme dem Volke verkündete. Die zu dem Ereignis herbeigeströmte Menge war so groß, dass nicht nur der Rathausplatz und die Treppe dicht besetzt waren, sondern auch noch der untere Platz bis zum Palazzo Astalli. Ein Waisenkind nahm dann fünf Kugeln aus der Urne und zeigte sie dem Volke. Es waren die Nummern 56, 11, 54, 18 und 6.“ Die Ziehung der Zahlen wurde ein Vorrecht der Kinder aus dem Waisenheim von Santa Maria in Aquiro. Die Lotterie fand zunächst zweimal im Monat statt, zumeist an einem Donnerstag. Die Lokalitäten waren der Platz vor dem Kapitol, die Loggia der Curia Innocenziana im Palazzo Montecitorio und die Piazza Navona - während der napoleonischen Besatzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Lotto in die profanierte Kirche Santa Maria in Campo Marzio verlegt. Die Aufsicht über das Lottospiel oblag der Apostolischen Kammer, die Auswahl der zitelle und die Auszahlung des Brautgeldes wurde der Arciconfraternità di Girolamo di Carità, einer vom heiligen Philipp Neri begründeten Erzbruderschaft, anvertraut. Den Gewinn, der nach Abzug der Kosten für die Aussteuer der zitelle und der Anlegung eines Sicherheitsdepots (falls bei Spielen die Einnahmen die Ausgaben nicht deckten) übrig blieb, nutzte man hauptsächlich für die Werke der Caritas, zur Waisenfürsorge, Armenspeisung, Ausgabe kostenloser Arzneien an Bedürftige und ähnlichem; der Gewinn diente aber auch dazu, notwendige öffentliche Arbeiten im Kirchenstaat durchzuführen. Die päpstliche Regierung hatte die Lotterie zwar nicht - wie Santo Domingo spottete - „geheiligt“, aber im übertragenen Sinne „getauft“, Einsatz und Gewinn in ein vernünftiges Maß gesetzt, den Großteil des Erlöses den Werken der Barmherzigkeit zugeführt.  In Notzeiten, bei Naturkatastrophen oder Epidemien, gestattete die päpstliche Regierung außerordentliche Ziehungen; so fand im Pontifikat Gregors. XVI. (Bartolomeo Alberto Cappellari, 1831-1846) in der Villa Borghese eine von einer unüberschaubaren Menschenmenge aufgesuchte Lotterie zugunsten der vielen Waisenkinder statt, deren Eltern durch die Choleraepidemie des Jahres 1837 hinweggerafft worden waren. Die 1732 erfolgte Freigabe des „giuoco del lotto“ für die Päpstlichen Staaten hatte auch in den anderen geistlichen Territorien Europas dem Lottospiel den Weg geebnet. Kurfürst Clemens August von Köln führte es 1750 in seinem Herrschaftsgebiet ein; andere deutsche geistliche Landesherren folgten diesem Schritt ihres Kollegen binnen weniger Jahre. In katholischen Ländern erfreuten sich die in Kirchenregie durchgeführten Lottospiele großer Beliebtheit - in England und den USA schufen die Anglikaner eine eigene Variante: das Bingo-Spiel. Noch im 20. Jahrhundert waren Lotto und Tombola für so manche Pfarrgemeinde in ärmeren Ländern oder in den Staaten, in denen eine Kirchensteuer unserer Prägung nicht existierte, eine bedeutsame Einnahmequelle; viele Kirchen, Kapellen, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime wären ohne diese „getaufte" Form des Glückspiels nicht so schnell entstanden. In Köln, im Schatten der Kathedrale, kann man noch, heute Lose der Dom-Lotterie kaufen; seit 1864 dient sie mit Erfolg der Erhaltung des größten gotischen Gotteshauses der Welt. 2004 startete in Deutschland sogar eine „Weltjugendtags-Lotterie". In vielen Pfarreien, Seminaren und geistlichen Häusern Italiens blieben Lotterien als Tombola bis zum heutigen Tag heimisch.

Im Katechismus der katholischen Kirche heißt es: „Glücksspiele oder Wetten verstoßen an und für sich nicht gegen die Gerechtigkeit. Sie werden nur dann sittlich unzulässig, wenn sie jemand um das bringen, was er zu seinem und anderer Menschen Lebensunterhalt braucht.“ Lotterien - wie die des Papstes - bewirken sogar das Gegenteil, sie können Werke der Nächstenliebe sein. Die „Wohltätigkeitslotterie tun die karitativen Aufgaben des Papstes“ ist eine neue alte Form der Unterstützung Hilfsbedürftiger. Sie geht auf eine Idee des Almosenmeisters des Papstes zurück. Der aus Polen stammende Kurienbischof Konrad Krajewski hatte zu Beginn der kalten Jahreszeit nach neuen Einnahmequellen für das Almosenamt gesucht - und auch mit Papst Franziskus darüber gesprochen. Der Papst stimmte einer Lotterie zu und stellt spontan Geschenke, die er erhalten hat, als Preise zur Verfügung.

(Die Tagespost Nr. 138 vom 20.11.2014)

Straßenkunst in Rom: Hier kommt der Superpapst!

"Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Super-Franziskus." titelt das Deutsche Magazin "Spiegel Online". Ein Foto dieses Graffito wurde vom päpstlichen Rat für soziale Kommunikationsmittel veröffentlicht mit den Worten: »We share with you a graffiti found in a Roman street near the Vatican« »Wir teilen mit euch ein Graffito, das an einer Wand in einer Straße in Rom in der Nähe des Vatikan entdeckt wurde«, schrieb die Vatikanbehörde. 

Nach Recherchen der italienischen Online-Zeitung »Blitz Quotidiano« stammt das mit »Maupal« signierte Kunstwerk von dem Maler und Straßenkünstler Mauro Pallotta. Auf die Idee kam er nach eigenem Bekunden, als er in einem Superhelden-Comic blätterte und zufällig im Fernsehen ein Beitrag über Franziskus lief. Danach zeichnete er seinen Papst mit seinen "Superkräften", die er "als einziger Führer in der Welt einsetzt, um Gutes zu tun", so Pallotta. 

Auch die "menschlichen Züge" des Kirchenoberhaupts wollte er nicht aussparen: Dazu zählen die ausgetretenen schwarzen Schuhe, die alte Aktentasche und der Schal in den Vereinsfarben von San Lorenzo in Buenos Aires, dem Lieblings-Fußballclub von Papst Franziskus. Das Bild selbst fertigte Pallotta auf Papier vor und klebte es an die Hauswand an der Ecke Borgo Pio/Via Plauto. "Es ist ein umweltfreundliches und ablösbares Graffito, das möchte ich betonen", sagte Pallotta der Zeitung.

Leider wurde das Graffito schon wenige Tage später mit rostroter Farbe von einem Unbekannten überpinselt.

(Quelle: kath.net/KNA vom 30.01.2014)

Agnes meets Agnus: Segnung der Lämmer
am Fest der hl. Agnes von Rom

Am 21. Jänner 2014 wurden um 12.30 Uhr in der „Domus Sanctae Marthae“ zwei Lämmchen von Papst Franziskus anlässlich des Festtags der heiligen Agnes gesegnet.
In Rom sind gleich zwei Kirchen der heiligen Agnes geweiht: „Sant’Agnese fuori le mura“ an der Via Nomentana und „Sant’Agnese in Agone“ an der Piazza Navona. In „Sant’Agnese fuori le mura“ werden die Reliquien der Heiligen verwahrt, während „Sant’Agnese in Agone“ über dem Ort errichtet worden ist, wo die heilige Agnes im 3. Jahrhundert ihr Martyrium erlitten haben soll.

Quellen wie die „Legenda aurea“ des Jacopo da Voragine berichten ausführlich über das Leben und Martyrium der aus Rom stammenden Heiligen. Demnach hatte Agnes, die sich durch außergewöhnliche Schönheit und Grazie auszeichnete, den Sohn des Präfekten Symphronius zurückgewiesen. Sie erklärte, sie wolle allein mit Christus das Gelöbnis eingehen. Daraufhin stellte der Vater des jungen Mannes Agnes vor die Wahl, entweder der jungfräulichen Göttin Vesta ein Opfer darzubringen oder aber ihre Jungfräulichkeit in einem Freudenhaus zu verlieren. Weil sie sich dem heidnischen Kult verweigerte, wurde die grausame Drohung in die Tat umgesetzt. Auf wundersame Weise aber begann das Haar der Agnes plötzlich so in die Länge zu wachsen, dass es ihre Blöße verdeckte. Ein Engel brachte ihr zusätzlich zum Schutz ein lichtes Gewand. Als Symphronius daraufhin Agnes berührte, fiel er tot zu Boden. Durch das Gebet der Agnes wurde er nicht nur wieder zum Leben erweckt, sondern auch zum Christentum bekehrt.

Die Bestrafung der Agnes war jedoch nur aufgeschoben: Sie wurde zum Feuertod verurteilt, blieb aber von den Flammen verschont. Der Legende nach starb sie schließlich, erst zwölf oder dreizehn Jahre alt, entweder durch den Dolch oder das Schwert. Wie die Legende weiter berichtet, erschien sie ihren Eltern am achten Tage nach ihrem Begräbnis mit einem Lamm. Deshalb ist das Lamm, das auch auf ihren Namen anspielt (lat. agnus – das Lamm), das sie kennzeichnende Attribut in bildlichen Darstellungen. Das Lamm als Christussymbol bezieht sich außerdem auf ihr Keuschheitsgelöbnis, und die weiße Farbe symbolisiert ihre Reinheit.

Am 21. Jänner, dem Festtag der heiligen Agnes, werden in jedem Jahr zwei Lämmer in „Sant’Agnese fuori le mura“ gesegnet. Anschließend werden sie dem Heiligen Vater in der „Cappella Urbano“ im Vatikanischen Palast zur traditionellen Segnung präsentiert. Aus der Wolle dieser beiden Schafe werden die Pallien erstellt, die am 29. Juni, dem Hochfest der heiligen Petrus und Paulus, den neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen aufgelegt werden als Zeichen ihrer besonderen Verbundenheit mit dem Heiligen Vater.

Das Pallium, eine Stola aus weißer Wolle, ist mit sechs schwarzen Kreuzen aus Seide verziert. Die Bedeutung dieser Geste erklärte Papst Benedikt in der Predigt vom 29. Juni 2011 mit den Worten: „So erinnert es uns an den Hirten, der selbst Lamm geworden ist, aus Liebe zu uns. Es erinnert uns an Christus, der sich aufgemacht hat in die Berge und in die Wüsten, in denen sich sein Lamm, die Menschheit verlaufen hat. Es erinnert uns an ihn, der das Lamm, die Menschheit – mich – auf seine Schultern genommen hat, um mich heimzutragen. Es erinnert uns so daran, dass wir als Hirten in seinem Dienst die anderen mittragen, gleichsam auf die Schultern nehmen und zu Christus bringen sollen. Es erinnert uns daran, dass wir Hirten seiner Herde sein dürfen, die immer die Seine bleibt und nicht die Unsere wird. Endlich bedeutet das Pallium ganz praktisch auch die Gemeinschaft der Hirten der Kirche mit Petrus und mit seinen Nachfolgern – dass wir Hirten für die Einheit und in der Einheit sein müssen und nur in der Einheit, für die Petrus steht, auch wahrhaft zu Christus hinführen.“

(Quelle: Zenit vom 21.01.2014)

Prozession der Schlangen
Anfang Mai in den Abruzzen: Kultfest in Cocullo

„O glorreicher Sankt Domenicus, befreie und bewahre mich mit
Deinem Heiligen Zahn vor den Giften der Vipern und Schlangen,
vor Verletzungen durch tollwütige Hunde und vor schmerzhaften Bißwunden.“

Etwa 150 Kilometer östlich von Rom liegt Cocullo inmitten der Berge. Mit seinen abgelegenen Tälern, schlecht zugänglichen Pässen, karstigen Höhenzügen und zurückgezogenen Siedlungen verkörpert dieser Landstrich noch heute das andere, das unwirtliche und abweisende Italien. Statt der Wärme und Üppigkeit des Südens findet man hier nur Kargheit der Felsen. Bis weit in das Frühjahr hinein liegt Schnee auf den Höhen.

Cocullo ist unscheinbar und so grau-braun wie der Fels, der es umgibt – ein typisches Städtchen der Region. Hier hat man jahrhundertelang dem spröden Boden den notwendigen Lebensunterhalt abzutrotzen versucht, hat zumeist Viehzucht, dazu auf Maultieren ein wenig Handel getrieben, hat der Kälte widerstehen müssen und gelernt, das Vieh gegen Wölfe, streunende Hunde, Wildkatzen und vor allem Schlangen zu verteidigen. Die Bedrohung durch wilde Tiere muß existenziell, die Angst vor ihnen grenzenlos gewesen sein.

Davon zeugen bis heute Geschichten, die seit Generationen weitergegeben werden, und ein religiöses Fest: die Schlangenprozession von Cocullo, die alljährlich am ersten Donnerstag des Monats Mai in dem kleinen Ort begangen wird. Noch gibt es die Tiere, von denen die Geschichten erzählen, und ebenso gibt es wohl noch ein wenig von jener atavistischen Schlangenangst, welche den unheimlichen Berichten zugrunde liegt. Da ist von Vipern die Rede, die Menschen und Vieh regelrecht überfallen, von Schlangen, welche nachts Müttern die Milch absaugen oder sogar in deren Bäuche kriechen.

Diese Geschichten sind vermutlich so alt wie das Kultfest selbst, und jenes ist älter als das Christentum. Schon aus römischer Zeit wird von einer jährlichen Schlangenprozession in Cocullo zu Ehren der Göttin Angitia berichtet, und auch späterhin, nach der Christianisierung des Landes, blieb dieser Ritus lebendig – bis um die erste Jahrtausendwende der heilige Domenicus Abate (951-1031) nach Cocullo kam, die lokale Göttin dank seiner Wundertätigkeit ausstach und nun seit fast einem Jahrtausend Schutzpatron, Schirmherr und Hauptperson des seitdem urkatholischen Festes ist. Domenicus nämlich, so wird berichtet, hatte sich als der wahre Helfer bei giftigen Vipernbissen erwiesen. Als er Cocullo verließ, um anderswo zu wirken, ließ er als wundertätige Reliquien ein Hufeisen seines Maultieres und einen seiner Zähne zurück. Zahn und Hufeisen werden bis heute in der Kirche Cocullos aufbewahrt.

Anfang Mai sind die Bergspitzen rund um Cocullo noch schneebedeckt. Nur unten im Tal hat der Frühling begonnen. Cocullo aber wirkt wie ein sterbender Ort. Überall verlassene, zum Teil halbverfallene Häuser. Die etwa 600 Einwohner, die es heute hier noch gibt, dürften kaum die Hälfte der ursprünglichen Bewohnerschaft darstellen. Die meisten sind emigriert, ausgewandert dorthin, wo es Arbeit und Verdienst, Autos und Kinos, Waschmaschinen und Schaufensterpassagen gibt. Einige kommen Anfang Mai alljährlich zu Besuch. Man sieht Busse mit deutschem Nummernschild, aber die Insassen haben die kantigen, dunklen Gesichter und das schwarze Haar des Mittelitalieners.

Der erste Donnerstag des Mai dürfte der einzige Tag im Jahr sein, an dem das Städtchen wirklich lebt. Denn man feiert nicht nur ein religiöses Fest; Jahrmarktsbuden überall, dazu Verkaufsstände für Eisenwaren, Spielzeuge, Stoffe, Kleider, Korbmöbel, Lebensmittel,… An jeder Ecke locken unter den Augen der Polizei heimlich und offensiv zugleich verbotene Kartenspiele mit hohen Geldeinsätzen; nur schwer entgeht man dem Geplärr übersteuerter Radios. Die Hauptsache aber bleibt natürlich die Kultfeier, deren Attraktion lebende, in diesem Fall freilich ungiftige Schlangen sind – kinderarmdick und wohl über einen Meter lang. Die hat man bereits während der Wochen zuvor in Cocullos Umgebung gefangen und aufbewahrt für diesen Anlaß.

Gottesdienst ist den ganzen Tag. Die Kirche ist voll, und im hohen Kuppelraum breitet sich ein strenger Geruch von Ziegenkäse, Schweiß und muffigen Sonntagskleidern aus. Da ist nichts von der flüsternden Weihewürde unserer Gotteshäuser: Vorne teilt ein Priester – umgeben von einer dicken Menschentraube – die Kommunion aus und wird sich, wenn er den ersten Bedarf befriedigt hat, den ganzen Tag über sozusagen auf Abruf bereithalten – bald vor dem Altar stehend, bald hinter ihm, bald zur Entspannung halb auf ihm liegend. An der Seite der Beichtstuhl, um den sich ein Haufen buntgekleideter Frauengestalten drängelt, als müßte die Sündenlast sofort abgeworfen werden. Auf der anderen Seite hängt eine kleine Glocke, deren ständiges Gebimmel über der wogenden Menschenmenge schwebt. Dort drängt man sich vorbei in langen Reihen, und ein jeder zieht unter vielfältigen Bekreuzigungen an der Glockenschnur: einige mit einer Hand, andere kräftig mit zwei Händen, daß die Glocke schreit und kreischt; die meisten aber nehmen die Glockenschnur zwischen die Zähne und erzeugen durch heftiges Kopfnicken den Klang. Für die Kinder ist solch öffentlich erlaubter Lärm natürlich eine Attraktion. Sie stellen sich immer wieder in die Warteschlange. Auf den Gesichtern der Älteren aber liegt Andacht. Es könnte ja wahr sein, was die Legende verspricht: Wer heute die Glocke zum Klingen bringt, dem wird ein Wunsch erfüllt. Im Kirchenraum steigert sich das Gewoge, Gedränge, das Scharren, Schwätzen, Beten, Schlurfen, Bimmeln. Die fast lebensgroße Holzstatue des Sankt Domenicus ist umringt, jeder will ihr den Fuß geküßt haben. Im Freien nämlich wird die Statue mit Schlangen umwunden sein.

Auf dem Kirchplatz und in den Straßen tauchen Männer auf, junge Burschen, selten auch Frauen, die um Hände, Hals oder Leib Schlangen geschlungen haben. Nicht eine oder zwei, sondern ein ganzes lebendes Knäuel, das langsam sich bewegend immer neue Formationen bildet. Die Reaktion der vielen Besucher ist bemerkenswert. Anfangs Schrecken und Abwehr, dann scheue Neugier; bald aber treten sie auf die Schlangenträger zu, berühren auch schon mal vorsichtig die sich windenden Leiber. Schließlich wird es zu einer Art öffentlicher Mutprobe, mindestens eine Schlange in die Hand zu nehmen und sie sich um den Arm oder gar um den Hals zu schlingen.

Mittags beginnt die Prozession. Mit Blasmusik und Gejohle, mit Kreuz, Fahnen und geschmückten Brotkörben; im Zentrum aber ragt die Holzfigur des Sankt Domenicus, um die sich – ein ungeheuerlicher Anblick – all die lebenden Schlangen ranken.

Wenn die Statue nach der Prozession wieder auf den Kirchplatz getragen wird, ist sie nicht nur voll Gewürm, sondern inzwischen auch voller Geldscheine. Dort wird sie von ihrer Last befreit und wieder ins Gotteshaus gebracht. Die Schlangen indes haben, so scheint es, Kirchverbot. Und doch mag es vorkommen, daß dieses Verbot im Gewühl der aufgeregten Menge nicht durchgesetzt werden kann: Da haben ein paar junge Burschen eine Schlange in die Kirche geschmuggelt, tragen sie, ohne daß sie Widerstand fänden, zum Hauptaltar, legen den nunmehr fast leblosen Leib dort auf das weiße Parament und schlingen ihn schließlich um jenen goldenen Kelch, in dem nach katholischer Lehre, noch eben der Wein in das Blut Christi verwandelt worden war.

Das eigentliche Schlangenfest endet mit einem schrillen, beinahe krächzenden Abschlußgesang einiger alter, fast zahnloser Männer in der Kirche, einem Gesang, dessen Melodie so alt und fremdartig klingt wie der Text, der für das moderne Italien und seine Besucher kaum mehr verstehbar ist. Dann hört man gelegentlich noch in den Straßen der Stadt die Kapelle mit den historischen Instrumenten – seltsame Flöten darunter, Trommeln und dem Dudelsack ähnliche Sackpfeifen mit Schweinsblase –, bis auch sie verstummt und den Lautsprechern der Karussells und der fahrenden Händler, vor allem aber dem Lärm und dem Tumult der noch immer erregten Menge das Feld überläßt.

Das Schlangenfest in Cocullo ist archaischen Ursprungs und voller Paganismen bis heute. Der Pfarrer Cocullos, verweist – die Deutungsprobleme eher verbergend als lösend – auf prominente Beispiele: Wenn die katholische Kirche den heiligen Antonius, der bei Rimini den Fischen predigte, und den heiligen Franziskus, der mit den Vögeln sprach, als Männer Gottes akzeptiert und verehrt, dann spricht auch nichts gegen das katholische Bekenntnis zum heiligen Domenicus Abate, der, indem er real vor den Bissen giftiger Schlangen schützt, in Wahrheit ja die unsterbliche Seele vor den Angriffen der teuflischen Schlange, des ewigen Widersachers bewahrt.

Die Schlangen Cocullos selbst wissen von all dem nichts; nichts von den theologischen Problemen, die sie provozieren, nichts von der Faszination, die von ihnen ausgeht. Daß sie an diesem Tag einem Heiligen geweiht wurden, ist für ihr Schicksal ohnehin bedeutungslos. Nur wenige werden wieder in das karstige Land, aus dem sie stammen, freigelassen. Die meisten erfüllen nach dem rituellen einen ökonomischen Zweck. Man verkauft sie – ihres Fetts und ihrer Haut wegen.

(Quelle: DIE ZEIT, 29.04.1983 Nr. 18)

 

 

 

 

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