|
Wir
Benediktiner sind nicht modern im Sinne von modisch. Wir sind
keine Charismatiker, sondern wahnsinnig normal. Wir wollen
nichts anderes als die Frohe Botschaft Jesu leben, so wie sie
Benedikt von Nursia in seiner Regel für das Leben in
Gemeinschaft umgesetzt hat. Ob wir denn völlig ausgeflippt
seien, hat mich einer gefragt, nach einer so altmodischen Regel
zu leben? Wer modern sein will, sucht seinen Lebensweg bei
fernöstlichen Weisheitslehren, dabei die sind wesentlich älter.
Altmodisch wirkt unsere Kleidung, altmodisch unser Lebensstil.
Aber das Schlimmste: Wir Mönche
kommen doch im Leben zu kurz. Wir leben am Leben vorbei,
schrecklich und langweilig: Es gelten Gehorsam statt Freiheit,
Gebundenheit an den Ort statt Ausflüge am Wochenende. Verzicht
auf Familie, Verzicht auf Ausleben der Sexualität.
Ja, wir haben vieles nicht. Wir
können uns viele der sogenannten Freiheiten nicht leisten. Aber
unsere Mitbürger auch nicht. Tun wir doch nicht so, als ob wir
in einer Gesellschaft leben würden, in der die Freiheit oberster
Wert wäre. Wie viel wird gemobbt, wie viel gekuscht, wie viel
betrogen! Viele mucken
nicht auf oder sagen nicht, was Sache ist, weil sie Angst
haben, Ihren Job zu verlieren oder ihre Karriere zu verderben.
Dabei müssen es nicht nur berufliche Sachzwänge sein. Auch die
Rücksichtnahme auf Frau und Kinder erlaubt einem Mann so manches
nicht, was er gerne täte.
Freiheit kann auch nicht das
Ausleben individueller Wünsche meinen. Der Individualismus geht
oft auf Kosten anderer. Der Mensch ist nicht auf Singletum,
sondern auf Gemeinschaft hin angelegt. Wir alle suchen sie. Erst
in ihr können wir uns entfalten. Sie bedeutet empfangen und
geben. Eine klösterliche Gemeinschaft ist der völlig unmoderne
Versuch, den Individualismus aufzubrechen und wieder zu einem
Miteinander zu finden. Nicht in allen klösterlichen
Gemeinschaften gelingt es. Doch gehört das geradezu zur Sendung
eines Benediktinerklosters. Das macht benediktinische
Gemeinschaften attraktiv für junge Menschen. Die eigene
Gemeinschaft teilen mit anderen, sie teilnehmen lassen an diesem
Wunder echt menschlichen Lebens. Erst der Mensch, der in der
Gemeinschaft seinen Egoismus überwunden hat, ist geheilt, erlöst
- auch von sich selbst. Ziel benediktinischer Spiritualität war
und ist immer die wahre Menschwerdung des Menschen. Sie
geschieht unter der Führung des Evangeliums unter Regel und Abt,
eben in Gemeinschaft.
Brauchen wir für ein erfülltes
Leben besondere Gags? Manche meinen, unser Leben müsste etwas
ganz Besonderes sein. Für den besonderen Urlaub gibt es die
Animateure. Nun, Gags beleben, sind aber nicht das Leben. Das
Besondere besteht für Benedikt gerade in der nüchternen
Normalität, im rechten Maß. Wir Menschen sind maßlos und
uferlos, wollen alles in unendlicher Größe, vor allem das Geld.
Guiness-verdächtig zu sein, das scheint Jugendliche zu reizen,
das Risiko beim Extremsport gibt den Kick. Sind es nicht diese
Extreme, dann sind es die Ideologien und Massenhysterien, die
wir in regelmäßigen Abständen
anscheinend geradezu brauchen, damit es uns gut geht: Da
wird dann plötzlich die Butter wegen ihrer angeblichen
Auswirkung auf den Cholesterinspiegel durch geschmacklose
Margarine ersetzt; denn der Herzinfarkt lauert draußen vor der
Tür. Körner und Spelzen pieksen sich durch Magen und Gedärme,
weil alles andere zuviel Kohlehydrate beinhaltet und die
Fettleibigkeit droht. Nicht zu reden von den Diätplänen unserer
Frauenzeitschriften, und die Männer folgen ihnen schon auf dem
Fuß. Wie wäre es mit FdH und einem ausgewogenen Essen? Der
Weltuntergang läßt nicht mehr lange auf sich warten. Die
Klimaerwärmung lässt den Wasserpegel ansteigen, Waldsterben,
BSE, Tsunamis und Zyklone. Ich möchte nichts verniedlichen. Aber
vieles wirkt wie Massenhysterien, und wir Menschen scheinen
danach süchtig zu sein. Wehe Sie rühren an der Solarenergie,
weil sie bislang noch hoch bezuschusst wird, oder an die
Erderwärmung! Wir Benediktiner sehen auch die Gefahren der
Umwelt- verschmutzung, der Klimaverschlechterung, der
Energieverschwendung, lassen uns aber nicht ins Bockshorn jagen.
Wir kennen das Leben, die Unzulänglichkeit des Wissens um die
ganzen Zusammenhänge in der Natur, wir erwarten vom Leben nicht
mehr, als es bieten kann. Es gibt kein ewiges Leben auf dieser
Erde. Unsere Heimat liegt im Himmel, heißt es in der
Totenliturgie. Wir Benediktiner sind völlig abgefahren in den
Augen unserer Zeitgenossen, weil für uns der Tod ein Teil
unseres Lebens ausmacht. Und im Angesicht des Todes verrutscht
das innerweltliche Wertgefüge unserer Zeitgenossen.
Wie gesagt, wir Benediktiner leben
deshalb keineswegs verantwortungslos in den Tag hinein. Auch
unsere Klöster denken an die Umwelt und die Nachwelt, auch sie
versuchen sich in der Wärmerückgewinnung, erzeugen Energie durch
Hackschnitzel- und Biogasanlagen. Letztere haben wir auch in
afrikanischen Klöstern eingerichtet. Seit zwei Jahren werden in
den Handwerksbetrieben der Abtei Peramiho billige Solarpaneelen
hergestellt. In S. Anselmo sind wir, wie manche unter Ihnen
wissen, dabei, unsere 416 Fenster zu ersetzen. Ich möchte
an dieser Stelle auch dem Stift Admont für seine
großzügige, substanzielle Hilfe danken. Wir werden allein schon
dadurch den Energieverbrauch senken und vor allem warme Zimmer
haben. Ein neues Heizungssystem wird Weiteres dazu beitragen.
Sparsam mit den Ressourcen umzugehen, die Schöpfung für die
nächsten Generationen zu erhalten, ist auch uns Mönchen
zunehmend ein Anliegen geworden.
Und wenn wir uns nun selber
anschauen, als Menschen mit unseren Grenzen und
Gebrechlichkeiten. Fehler, Versagen und auch Skandale sind in
der letzten Zeit besonders sichtbar geworden. Wir haben keinen
Grund, uns über andere zu erheben. Wir sind keine besseren
Christen, aber wir sind auch Christen, Christen unter anderen.
Wir bedürfen der Barmherzigkeit Gottes und der anderen. Wir
selber müssen Zeichen der Barmherzigkeit und Vergebung werden.
Eine benediktinische Gemeinschaft ist nicht vollkommen im Sinne
von Perfektion, sondern einer echt christlichen Gemeinschaft,
d.h. durch die Aussöhnung. Vergebung verniedlicht keineswegs die
Sünde, sondern markiert sie als Vergehen, stellt sie Gott anheim
und sucht wieder einen Weg des menschlichen Miteinander. Nicht
die Gnadenlosigkeit, nein, die Versöhnung macht frei für die
Zukunft. Die Anweisung Benedikts, die Sünde zu hassen, die
Sünder zu lieben – ist das nicht ausgeflippt in einer Zeit
moralischer Korrektheit, die eher die Rache als die Vergebung
kennt? Und testen Sie nur mal die Augen der Passanten, die
strafenden Blicke, wenn Sie auf der Straße rauchen - wohlgemerkt
nicht im Restaurant -, oder wie nervös die Menschen reagieren,
wenn Sie darauf hinweisen, wie hoch der Solarstrom
subventioniert wird. Dass die Klimakonferenz in Kopenhagen mit
falschen Daten gearbeitet hat, wurde nur mal so nebenbei erwähnt
und fortan verschwiegen.
Die klösterliche Gemeinschaft ist
so etwas wie ein Übungsfeld brüderlicher
Liebe. Deshalb gibt Benedikt in der Tradition der
Urkirche von Jerusalem,
eines Pachomius und Basilius des Großen dem Leben in
Gemeinschaft den Vorzug gegenüber dem Eremitentum. Hier lernen
wir, die „körperlichen und charakterlichen Schwächen aneinander
in großer Liebe zu ertragen.“ Nicht nur dem Obern gehorchen die
Mönche, sondern sie erweisen sich auch gegenseitig Achtung und
Gehorsam, und auch die Sorge für einander. Als ich einmal in
Japan eine Zenhalle betrat und die Mönche zur Wand gewendet
meditierten, fragte ich mich, ob es ihnen auch etwas bedeutet,
wie es dem Mönch neben ihnen menschlich und seelisch ergeht.
Auch in unseren Klöstern wird hin und wieder das mangelnde
gegenseitige Interesse beklagt. „Keiner interessiert sich für
mich und meine Arbeit.“ Es fragt sich natürlich, ob es sich um
einen echten Missstand handelt, oder ob der betreffende
Mitbruder einfach nach Streicheleinheiten hungert. Der innere
Austausch in einer Gemeinschaft wird jedenfalls eine ständige
Herausforderung bleiben.
Wir Mönche leisten uns übrigens
auch einen Luxus - und sollten es noch mehr tun: Wir nehmen uns
Zeit, Zeit für einander, Zeit für ein Gespräch mit anderen
Brüdern oder Gästen, Zeit zum Beten, Zeit für eine lange
Liturgie, Zeit zum Feiern und Spielen, Zeit für die Freude am
Leben, ja, Zeit für das Leben. Zeit nehmen, sich Zeit lassen,
einander Zeit schenken ist das Gegenteil der modernen Hektik,
unter der viele Menschen stöhnen. So wichtig die Arbeit ist,
aber kann sie allein den Sinn unseres Lebens ausmachen?
Arbeitsprozesse werden gestrafft, Arbeitsplätze abgebaut, die
einzelnen müssen in derselben Arbeitszeit noch mehr bringen.
Diese Problematik hat auch unsere Klöster erfasst, und doch sind
wir keine Zufluchtsstätten für arbeitsscheue und bequeme
Menschen. Uns hilft die feste Struktur des Tages und die
Verpflichtung, sie einzuhalten. Der Mensch steht im Mittelpunkt,
und zwar der in Gott verankerte Mensch. Wir kommen zwar dabei
ebenfalls in manchen Konflikt, wenn die Arbeit drängt, aber Gott
muss die erste Stelle gehören. Im gemeinschaftlichen Beten und
Singen lösen wir uns von den äußeren Zwängen. Als ich kürzlich
eines Abends so viel um die Ohren hatte und nicht mehr
ein noch aus wusste angesichts der Arbeit, die noch auf meinem
Schreibtisch drängte und überlegte, ob ich mich nicht doch von
der Vesper dispensieren sollte, erinnerte ich mich des Wortes
der Benediktusregel „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen
werden,“ stand auf und ging in die Vesper. Als ich im Chor stand
und mit den Brüdern die Psalmen sang, fühlte ich mich auf einmal
befreit von allem Druck. Ich durfte wieder Mensch sein, eins mit
Gott. Die Arbeit lief an diesem Abend dann leichter von der
Hand, ich hatte Abstand gefunden, mich selbst. Das ist es, was
uns Mönche von Stress und Burn-Out befreit.
Persönlich nehmen wir uns auch die
Zeit für Lectio Divina, die betende Lesung heiliger Texte. Wir
stehen auch da nicht unter einem intellektuellen Druck. Wie die
alten Mönche in der Wüste Ägyptens kauen wir die Texte wieder,
lassen sie im Mund vergehen, bis sie ganz in Fleisch und Blut
übergegangen sind, und so das Evangelium unser Leben gestaltet.
Wir leisten uns auch den Luxus und
die Freiheit vieles nicht zu tun, was andere meinen tun zu
müssen, sonst seien sie nicht top. Ich brauche keine besondere
Kleidung, ich stehe nicht ratlos vor dem Kleiderschrank, was ich
anziehen soll; ich esse gern, aber nur so viel wie mir gut tut.
Ich brauche nichts Besonderes. Dafür haben wir ja die Festtage.
Struktur und rechtes Maß zählen auch da. Einen Vorteil haben wir
Mönche: Wir tragen die Verantwortung, unser Bestes zu bringen,
sind aber frei von gegenseitigem Wettbewerb, brauchen keine
Ellenbogen, um möglicherweise höher zu kommen. Die Gemeinschaft
als Ganze muss freilich sehen, wie sie in ihrem Umfeld
wirtschaftlich bestehen kann.
Vielleicht ist unsere größte
Herausforderung, unsere größte Ausgeflipptheit
die Freiheit von vielen Dingen, die andere für notwendig
halten, auch die
Freiheit von sich selbst, um mit anderen und für andere
zu leben. Und dabei auch noch an Gott zu glauben, an einen Gott,
der in Jesus von Nazareth sichtbar und greifbar geworden ist,
der durch seinen Geist sogar in unserer Mitte wohnt. Das Leben
ist der schwierigsten eines, haben wir Studenten scherzhaft zu
sagen gepflegt, und es stimmt. Aber gibt es etwas Schöneres als
zu leben? Zu leben mit anderen, zu leben mit einem Gott, der uns
liebt und in unserer Mitte wohnt. Das Leben der Mönche ist eine
Antwort auf den Ruf Gottes. Das ist keine triste Angelegenheit.
Wir erfahren diesen Ruf als Zeichen besonderer Zuwendung und
Liebe - und unsere Antwort? Sie besteht in der Hingabe unseres
Lebens. Wir beantworten so die Zuwendung Gottes mit unserer
Liebe zu ihm. Eigentlich verrückt; aber wer liebt, ist verrückt,
und wer nicht ein bisschen verrückt ist, kann nicht lieben.
Allerdings schaffen wir Mönche uns
keine traute Idylle, kein trautes Heim für uns selbst. Wie alle
Christen und christlichen Gemeinschaften wissen wir uns
herausgefordert, mit anderen zu teilen, was wir haben. Unser
früherer Prior in Togo sagte mir, das sei genau das afrikanische
Element, das wir Benediktiner zu berücksichtigen hätten. Ich
antwortete ihm, es sei die grundchristliche Dimension, die auch
wir Europäer beachten sollten. Beim Teilen denken wir zwar
meistens an das Materielle, an den Besitz. Der heilige Benedikt
hat sehr wohl auch daran gedacht, wenn er von der Kleiderkammer
spricht, in der die abgetragenen Kleider für die Armen
aufbewahrt werden sollen, wenn dem Pförtner die nötigen
Anweisungen erteilt. In diesem Sinne tragen unsere reicheren
Klöster die in ärmeren Ländern mit. Die Kamaldulensernonnen von
S. Antonio auf dem Aventin geben jeden Mittag bis zu 40 Essen
aus.
Benedikt wünscht sich in seinem
Kapitel über die Gastfreundschaft jedoch mehr. Für alles wird
vorgesorgt. Die Gäste haben ihre eigene Unterkunft und ihren
eigenen Tisch, damit sie den normalen Fortgang des Klosters
nicht stören.
Der Abt soll sogar mit den Gästen
essen und auf besondere Fastenvorschriften verzichten. Benedikt
kommt den Gästen sehr entgegen, und doch geht es ihm nicht nur
um Verköstigung und Unterkunft, er führt die Gäste zuerst zum
Gebet. Er lässt die Gäste teilhaben am geistlichen Reichtum der
Gemeinschaft.
Wir weihen heute ein geistliches
Zentrum eines Stiftes ein. Es bietet etwas anderes als eine Art
Ferien auf dem Bauernhof. Es dient den Ferien vom Ich, von der
alltäglichen Betriebsamkeit, der Neuausrichtung unseres Lebens,
der Konzentration auf das eigentliche Ziel unseres Lebens. Ein
solches geistliches Zentrum ist auch nicht einfach ein
„Exerzitienhaus“. In der Anbindung an eine klösterliche
Gemeinschaft, in der Teilnahme am Gebet der Mönche, in
Gesprächen mit ihnen, erfahren sie etwas von der gelebten
Wirklichkeit und der
„Normalität“ des Glaubens. Christliches Leben erfolgt im
Blick auf Schöpfer und Schöpfung, unter der Führung des
Evangeliums. Das ermöglicht uns Christen eine Unbefangenheit,
ähnlich den Spatzen, auf die Jesus hingewiesen hat, eine Freude
am Leben, weil wir in Gott geborgen sind. Wir erfahren die
Freiheit der Kinder Gottes, welche die Güter dieser Welt
schätzen, aber nicht von ihnen abhängig sind. Diese Verwurzelung
in Gott gibt uns Heimat, verwurzelt und trägt uns. Wir haben
einen Standpunkt, von dem aus wir das Leben betrachten; wir
können auf Distanz gehen, über die Ironie des Lebens, über uns
selbst schmunzeln, und uns vor allem des Lebens erfreuen.
Lebensfreude ist ein urbenediktinisches Erbe, das es gilt ins 21
Jh. hineinzutragen.
Unsere Kirche muss sich m. E. in
unserer modernen Gesellschaft neu justieren. Wir sind nicht mehr
das christliche Abendland von einst. Viele haben der Kirche den
Rücken gekehrt, manche sind aggressiv gegen die Kirche
eingestellt, andere sind gleichgültig geworden, die Kirche
bedeutet ihnen nichts, sie können auch so glauben. Gläubige
anderer Religionen leben mit uns Tür an
Tür, machen sich bemerkbar, behaupten sich. Die religiöse
Situation unserer Gesellschaften ist komplex geworden. Ein
friedliches Miteinander setzt Dialog und Begegnungen auf
verschiedenen Ebenen voraus. Ich meine, hier kann ein
geistliches, benediktinisches Zentrum einen wertvollen,
integrierenden Beitrag leisten. Ein benediktinisches Haus soll,
wie der hl. Benedikt sagt, besonders den Glaubensgeschwistern
offen stehen, aber er würde heute alle Sinn-Suchenden
einschließen, alle, die eine spirituelle Orientierung wollen.
Benedikt ist offen für alle Gäste guten Willens. Diese
un-ideologische Offenheit ist unsere große Chance. Hier kommen
Menschen angst- und vorurteilsfrei zu Begegnungen zusammen, hier
erleben sie Spiritualität, hier werden sie hingeführt zu einer
größeren Dimension des Menschen. Ein Kloster kann heute eine
große integrative Kraft entfalten und zu einem Zentrum der
Hoffnung für unsere Gesellschaft werden. Vielleicht erscheinen
wir Benediktiner auch darin zwar nicht völlig, aber doch ein
bisschen abgefahren, aber ich meine, wir gehören damit zur
Vorhut unserer Kirche und Gesellschaft von heute.
Die Regel Benedikts stammt aus dem
6. Jahrhundert und könnte überaltert erscheinen. So manche
äußere Formen mögen fragwürdig geworden sein. Doch ermöglicht
diese Regel den Gemeinschaften ein dauerhaftes Leben und
garantiert die Lebendigkeit solcher Klöster. Sie passt sich in
alle Kulturen ein. Ihre Grundsätze sind Kernpunkte christlichen
Lebens, der befreienden Botschaft Jesu Christi für die Menschen.
Deshalb erweckt das benediktinische Leben in den Klöstern in
unseren Breitengraden immer wieder die Neugier von Journalisten,
zieht Manager zu Tagen im Kloster an. Jugendliche pilgern zu
Jugendvespern und erleben Gemeinschaft mit den Mönchen und unter
einander. Das ist die bleibende Herausforderung an unsere
Klöster. Das Stift Admont trägt mit seinem neuen geistlichen
Zentrum dazu bei. Abt Bruno uns seinen Mitbrüdern gilt meine
Gratulation. Gottes Segen! |