|
Worte S.Ex.
Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari bei der Eröffnung und Segnung
des neuen Studentenheimes der Akademikerhilfe in der Grazer
Münzgrabenstraße am 8. Oktober 2009
Der heutige Tag ist mir ein Anlass zur Freude, weil dieses Haus
ein Studentenheim geblieben ist.
Am 1. Februar
1970 waren in diesem Raum viele Menschen festlich versammelt:
meine beiden Vorgänger im Bischofsamt Dr. Johann Weber und Dr.
Josef Schoiswohl, der Apostolische Nuntius Erzbischof Rossi, die
Landeshauptleute Josef Krainer senior und junior, viele
Professoren und Studierende und besonders die 60 Studenten, für
die damals in diesem Kloster der Dominikaner von der
Katholischen Hochschulgemeinde Graz ein neues Studentenheim
eingerichtet worden war.
Man hatte für
dieses Werk mit wenig Geld eine architektonische Glanzleistung
zuwege gebracht. Das neue/alte Haus wurde dann von der
Architektenzentralvereinigung Österreichs mit der raren
Bauherrenehrung ausgezeichnet. Der Miet- und Baurechtsvertrag
zwischen dem Dominikanerkonvent und der Diözese Graz-Seckau für
die Hochschulgemeinde wurde für 30 Jahre abgeschlossen. Das
erschien damals als eine astronomisch lange Zeit, die dann
nochmals um Jahre verlängert wurde. Bei meiner Rückkehr in die
Steiermark war das Haus aber sehr abgewohnt und die Diözese war
nicht imstande, Investitionen in großem Maß zu tätigen, und
löste sich daher aus dem Vertrag.
Ich betrachte
es als einen Glücksfall oder besser gesagt als einen großen
Segen, dass das Benediktinerstift Admont seine Präsenz in Graz
nun verdoppelt hat, indem dem Haus in der J.-J.-Fuxgasse nun
auch der bisherige alte Konvent der Dominikaner hinzugefügt
wurde. Beide Häuser sind dem Leben der drei Grazer Universitäten
zugewandt und fügen sich in das breite Spektrum der kirchlichen
Universitätsseelsorge durch Katholische Hochschulgemeinde,
katholische Korporationen und Opus Dei ein.
Diözesanpriester, Jesuiten, Priester des Opus Dei, Benediktiner
und weiterhin Dominikaner sind hier im Verein mit Christen im
nicht geweihten Dienst tätig. Der Studentenunterstützungsverein
Akademikerhilfe hat die Administration dieses neuen admontischen
Studentenheimes übernommen und sorgt für ein Leben in Ordnung
und Harmonie.
Dieses alte und
zugleich neue Haus, in dem wir nun festlich versammelt sind, hat
eine lange und abwechslungsreiche Geschichte: Der Orden der
Augustiner-Eremiten hat es gegründet. Hier wirkte durch Jahre
auch der berühmte Prediger Abraham a Sancta Clara, alias Ulrich
Megerle aus der schwäbischen Stadt Meßkirch, die auch die Heimat
Martin Heideggers gewesen ist. Hier wirkten später Jesuiten nach
der Wiedergründung dieses Ordens und schließlich wurde das Haus
erweitert durch neue Bauten, Kloster und Studienzentrum der
Dominikaner, in deren Eigentum die Nachbargebäude geblieben sind
und bleiben werden.
|